Vancouver - Pacific Coast - Mexico - Arizona

A bike ride August, 23rd to December, 2nd

 
15August
2017

Nächste Reise.....

....hier gehts zum neuen Blog

... Zwei Monate Radeln in den Alpen, in Slowenien, Kroatien... wer weiß wo's endet

 

04Dezember
2016

Neue Reise..... mal ohne Fahrrad

Wandern auf den Kykladen vom 25. April bis zum 23 Mai 2017

Kykladen

 

Wir sind nach 25 Stunden Reisezeit gut in Stuttgart angekommen. Michael und Andriko haben uns mit dem großen Auto vom Flughafen abgeholt, was für eine Freude. Zu Hause warteten unsere Kinder mit Brezeln, Käse, den ersten selbsgebackenen Weihnachtsbrötle und Geschenken auf uns. Was für eine Wiedersehensfreude!!

Ja, nun sind wir wieder zurück, aber noch nicht richtig angekommen, alles irgendwie seltsam, zur falschen Zeit müde und zur falschen Zeit wach und Karl ist bereits erkältet.

Ein Fazit unserer Reise nach 5551 km mit dem Rad und 860 mi mit dem Auto: An der Küstenstraße hatten wir mit weniger Verkehr gerechnet, dennoch wieder ungemein interessant, voller schöner Eindrücke und Landschaften, sehr netter Begegnungen, die relaxte, freundliche  Art der Amerikaner wird mir fehlen, das Frühstück weniger...

Nochmals herzlichen Dank an alle Leser und Schreiber, frohe Weihnachten, ein gesundes, glückliches neues Jahr - vielleicht bis zum nächsten Blog..

Die wenigen Sachen,die wir dabei haben, sind immer gleich gewaschen und weggeräumt

Die Räder haben wir noch gar nicht ausgepackt, es war uns zu kalt zum radeln...

Ah, Linsen und Spätzle, richtig schwäbisches Essen

01Dezember
2016

Phoenix Airport

beruhigt mich sehr... 

 

Hi guys, so allmählich müßt ihr euch an die Blog-lose Zeit gewöhnen, wir sitzen im Abflugbereich des Phoenix Airport.

Nach dem einhundertsten Bagel, C-(D)reamcheese mit Erdbeermarmelade oder war es grape, egal , sie schmeckt sowieso nur süß - Frühstück  aus Plastikgeschirr, haben wir unsere restlichen Sachen zusammengepackt. Wir bummelten noch ein wenig durch Scottsdale und besichtigten die Missionskirche von 1933. Ein netter Herr erzählte uns alles Wissenswerte und zeigte alte Photos. Sehr interessant und ein nettes Gespräch. Dannach war es Zeit für einen Cappuccino. So hatten wir den halben Tag schon rumgebracht....! Gegen 13 Uhr machten wir uns auf die Wanderung zum Radladen, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging es erneut am Kanal entlang. Dort angekommen sahen wir unsere Räder in Kartons fix und fertig verpackt. Nun packten wir unsere Radtaschen noch in Handgepäck und Gepäck zum Aufgeben und warteten bis Morgan Zeit fand uns zum Flughafen zu fahren. Die Fahrt war kurz und bereits kurz nach 15 Uhr sassen wir vor dem British Airways Schalter, nur noch knapp 6 Stunden bis zum Abflug!!!! OMG! Um 16 Uhr begann der 1.Klasse check-in, ich fagte nach, ob wir mit unseren Rädern auch schon kommen können, "No Problem", wir hatten so schnell, unkompliziert und freundlich eingecheckt, wie selten. Die Räder wurden abgeholt, normalerweise müssen wir zum Sperrgepäck-Schalter, wir bekamen bessere Sitze (4er Reihe zu zweit), da die Maschine wohl nicht voll ist - super Service. Nun erkundeten wir den Flughafen, der fünftgrößte der USA, aber nur ein Flug täglich, der nicht innerhalb der USA ist - der nach London. In einem Imbiss aßen wir Pasta, leider waren meine mit Kürbis gefüllten Ravioli zusätzlich mit Zimt bestreut, was ich bei "herzhaften" Gerichten gar nicht mag! Nun kurz ein Beispiel amerikanischer Kundenbetreuung, Karl reklamierte das, kein Problem, ich bekam frisch zubereitete Ravioli ohne Zimt und Entschuldigungen, daß es nun länger dauerte! Die Köchin rief aus der Küche, ob es mir denn so schmeckt und strahlte als ich dies bejahte und mich herzlich bedankte. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Flughafen Stuttgart auch möglich gewesen wäre?! Wir bummelten durch weitere Geschäfte und gingen schließlich über die Grenze. Das Problem war dabei, daß man die Schuhe ausziehen muß, 3 Monate Turnschuhe - ich möchte nicht in die Details gehen....wir durften ausreisen!

Zum Schluß möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die sich für unsere Reise interessiert haben und ganz besonders bei allen, die dies durch Kommentare und e-mails kundgetan haben! Unser ganz spezieller Dank geht an Katharina, die das Antiqariat, Haus und Hof und alles andere betreut hat, ohne sie könnten wir nicht so lange verreisen. Ebenso bedanken wir uns bei Johannes, der uns vor und nach der Reise wieder in Form bringt!.

So jetzt sind es nur noch 1 1/2 Stunden bis zum Abflug....! Der entgültige Abschlußbericht folgt aus Degerloch.

30November
2016

Scottsdale bei Phoenix Tag 3

Tag 3 haben wir zu einer kleinen Radtour zum Papago Park und seinen Steinformationen zu machen. Auch dorthin führt ein Radweg an einem Kanal entlang, ich sah meine gefiederten Freunde, die Quails und unsere geliebten Seguara-Kakteen nochmals. Die Felsformationen ragen einfach so aus der Landschaft, bieten einen wunderbaren Rund-um-Blick und als Attraktion "hole in the rock". Nach dem Ausflug, bei strahlendem Sonnenschein und noch ein bißchen wärmer als gestern, radelten wir ins Motel zurück. Es war inzwischen so warm in der Sonne, daß ich eine kleine Runde im Pool geschwommen bin. Anschließend packten wir unsere Taschen und brachten alles zum Radladen, der bis morgen unsere Räder verpacken wird. Peter scheint das im Griff zu haben. Zurück ging es dann 3 km zu Fuß auch am Kanal entlang. Da wir noch Zeit hatten, bummelten wir in einer Riesen-Mall. Bei all den Armani, Mont Blanc, Gucci, Tiffany und sonstigen Läden fielen wir in unseren Radklamotten schon ein wenig auf! In der Abendsonne und bei deutlich kühleren Temperaturen, schlenderten wir zum Motel zurück. Nach kurzer Dusch-Pause planten wir unser Abendessen, Hamburger sollten es heute nochmal sein. Bei "Rehaburger" waren wir genau richtig, es waren wahre Monsterburger!! Aber sehr, sehr gut! 

Nachdem wir in den letzten 5 Jahren jeweils 3 Monate in den USA waren, also fast 1 Jahr hier gelebt haben (!) ist es Zeit für ein Fazit:

Die Landschaft, die Freundlichkeit, die Hilsbereitschaft, die Großzügigkeit ist einzigartig. Kleines Beispiel heute morgen: der Hausmeister des Hotels grüßt uns freundlich"How are you doing today?" - "Fine, and you?" - "Fabulous, bright sunshiny day, wonderful". Da geht es einem doch gleich viel besser, wenn jemand so freundlich antwortet, statt in einem Muffelton.

Die Selbstverständlichkeit mit der die US-Amerikaner davon ausgehen, daß sie im tollsten Land der Welt leben, macht vieles einfacher für sie. Wobei bei den Nicht-Trump Wählern der Schock tief sitzt, dennoch sind sie der Meinung, daß das tollste Land auch ihn übersteht. Es ist ein Land voller Gegensätze, in den Naturparks ist alles "nature", da gibt es kein Restroom mit Wasserspülung, da wird nicht in die Natur eingegriffen. Andererseits kann man stundenlang mit laufendem Motor vor dem Geschäft stehen und drinnen einkaufen. Das ist auch ein großer Unterschied, hier ist wenig abgeschlossen und verriegelt, man geht mit großem gegenseitigen Vertrauen auf einander zu. OK, in der Bronx mag das anders sein. Aber wir fühlten uns in all den Jahren nie irgendwo unwohl oder bedroht. Das macht das Reisen hier auch sehr angnehm, man begegenet sich mit großem Respekt. Es ist nie stressig oder jemand ist unfreundlich, weil wir irgendetwas nicht gleich verstanden haben. Im Gegenteil, interessiert fragt man nach woher wir kommen und es stellt sich heraus, daß der grand-grandfather aus Germany kam und das ist natürlich "awesome". Geduldig wartet man in der Schlange und wenn jemand die Cent abzählt, verdreht keiner die Augen. Als Deutsche muß ich natürlich ein Haar in der Suppe finden, die Schere zwischen arm und reich ist noch größer als bei bei uns. Doch gehört es sich hier, daß wer kann, gibt oder hilft etwas. Da sind die großen Spender, die einen Park anlegen lassen und dafür eine Plakette bekommen, oder viele kleine Spender, die zusammen das Heimatmuseum betreiben, natürlich die ganzen volonteers, die alte Menschen transportieren und das Land am Laufen halten, ist mein Eindruck manchmal. Der Zusammenhalt und die Solidarität erscheint mir sehr groß, dennoch bekommen sie "goosebumps", wenn sie von unseren Sozialabgaben hören, das ist purer Kommunismus in ihren Augen! Ich habe auch noch nie so viele so dickleibige Menschen gesehen und andererseits so viele schlanke, duchtrainierte. Oder wie Heike Pirngruber, das pushbikegirl, eine Radlerin , die schon seit Jahren in der ganzen Welt unterwegs ist, treffend bemerkt; die Amerikaner haben die dicksten Menschen und die meisten Olympiasieger! 

Scottsdale Old Town

                                                                                  Phoenix

           

Karl im Glück                    so warm wurde es heute nachmittag!

 

 Morgen Abend um 20 Uhr 40 heißt es "Have a good one" - "Be save" - "Happy trails" - "See you, guys" - "God bless you" und wir steigen ins Flugzeug. Bereits 10 Stunden später sind wir in London Heathrow 13 Uhr 30 Ortszeit, dann haben wir 2 Stunden 40 Minuten um von Terminal 3 zu Terminal 5 zu kommen, wo der Airport guide schon 90 Minuten veranschlagt. Toi,Toi,Toi sag' ich da nur....dann wären wir am Freitag Abend um 18 Uhr 45 in Stuttgart. Ziemlich ermattet, vermute ich mal.

29November
2016

Scottsdale bei Phoenix Tag 2

Die Sonne schien, trotzdem waren es nur 16° heute, also ziemlich kühl. An windgeschützten , sonnigen Ecken war es deutlich wärmer. So ließe sich der Winter aushalten. Wir radelten Richtung Berge, was ganz einfach war, da ein fast 25 km langer Radweg mit Unterführungen oder zügiger Ampelschaltung uns durch die Nobel-Wohngebiete dorthin führte und die restlichen Kilometer auf einsamen Straßen. Diese Wohnanlagen sind schon sehr schön, mit dem Blick auf einen angelegten Teich mit Enten und die Berge. Das Stadtgebiet von Phoenix ist ringsum von über 1000 m hohen Bergen umgeben, ein sehr schönes Panorama somit.Wir radelten zum Gateway Desert Trailhead, da wir einfach nochmal die Wüste mit den Seguaro und sonstigen Kakteen sehen wollten. Am Startpunkt befindet sich ein großes Informationsgebäude mit Toiletten, Wasserspender, Wanderkarten und Info-Tafeln, der Wanderweg führt zum Whitehead Pass und noch weiter. Wir mußten auf die Uhr sehen, da wir ja bei Tageslicht noch zurückradeln wollten, so schafften wir es nicht ganz bis zum Pass. Die Aussicht war trotzdem sehr schön und die Kakteen einfach toll! Wir genossen das alles sehr .Zurück ging es wieder auf dem selben Weg. Erstaunlicherweise sahen wir heute morgen einen Kojoten an einem Kanal entlangmarschieren, unter einer Hecke beim Golfplatz kamen Quails (Wachtelart) hervorspaziert, da sind wir kilometerlang durch einsame Gegenden geradelt oder gewandert und sahen keine Tiere.

Quails überqueren den Radweg, ich finde sie sehen ungemein witzig aus

 

Blick auf Scottsdale und Phoenix                    Golfplatz im Vorgarten

An Martin: Adobe gibt es auch als Haus, das sind Lehmziegelhäuser mit dicken Wänden und kleinen Fenstern, um die Hitze draußen zu halten. Morgen folgen Photos!

28November
2016

Scottsdale bei Phoenix

Postreiter und ich

 

Weihnachtsbaum in Scottsdale

Oh, war das kalt heute!! Ohne Sonne stieg das Thermomenter gerade mal auf 12°, dazu blies ein kalter Wind. Scottsdale, so wie die ganze Phoenix Umgebung ist ein Traum für Radfahrer. So viele Radwege oder Radspuren hatten wir selten und so klapperten wir auch ganz entspannt die Radläden ab, die in Flughafennähe liegen. Schon der dritte war der Richtige, er verpackt Räder und ist bereit uns gegen ein Aufgeld am Donnerstag zum Flughafen zu fahren. Seine Mutter lebt in Würzburg und der Bruder in Bietigheim, so kamen wir gleich in guten Kontakt. Wir haben in Scottsdale nun für die verbleibenden 3 Tage ein Hotel in "Old Town". Die Old Town sieht zwar ziemlich neu aus, ist aber  im Western- und Adobe-Stil erbaut und sieht wirklich ansprechend aus. Scottsdale gehört zu den reichsten Städten der USA und ist auf Platz 5, was die Lebensqualität angeht. So sieht alles sehr gepflegt und "aufgeräumt" aus, mit schön angelegten Grünflächen. Geranien blühen neben Weihnachtsbäumen, der Golfplatz darf nicht fehlen, zahlreiche Restaurants und Läden laden zum bummeln ein. Außerdem ist die ganze Phoenix-Gegend von Kanälen durchzogen, die bereits um 1830 angelegt wurden. Damals, um die Obstgärten und Weinfelder der wenigen Farmen zu bewässern. Die Kanäle gibt es immer noch, daran entlang wurden Rad - und Fußwege angelegt. Die Ausdehungen von Phoenix sind gewaltig, so legten wir heute 50 km zurück, um vom Hotel heute morgen bis zum Radladen zu kommen, dabei durchquerten wir nur den weiteren Vorort Tempe. Hier gibt es keine Mehrfamilienhäuser, keine Hochhäuser nur mal mehr oder mal weniger gepflegte Einfamilienhäuser, viele umzäunte Wohnanlagen, in welchen man bei Dunkelheit sein Haus nicht mehr findet, weil alles gleich aussieht. Meist prachtvolle Einfahrten mit Blumenrabatten oder Kakteengärten, Wasserspielen, Orangenbäumen, je nach Exklusivität. Die Stadt dehnt sich immer weiter aus.

Heute Abend waren wir hawaiianisch essen, es war interessant, sagen wir mal so...mein Essen (Huhn mit Mango chutney, Jawaianischem Kuchen und Kochbanane) war sehr scharf und nicht ganz meine Geschmacksrichtung.

Wir haben heute kaum Photos gemacht....wir waren mit Straßen suchen beschäftigt! Aber so richtig Rad fahren hat heute wieder Spaß gemacht!

Ein herzliches Danke-schön an den Sportinformationsdienst, auch für die gute Nachricht, VfB olé!!

27November
2016

Mesa bei Phoenix Tag 2

Hattet ihr alle einen schönen 1.Advent? Das gibt es hier nicht, aber die shopping mall war schon sehr weihnachtlich. Ein dick eingepackter Weihnachtsmann wartete auf Kinder , die sich mit ihm fotografieren lassen möchten. Wenn man, so wie wir im T-Shirt unterwegs ist, kommt keine rechte Weihnachtsstimmung auf. 

Das Auto haben wir gut zurückgebracht und mußten zu Fuß die 1,5 km zum Hotel zurück gehen! Auf unserem Weg kamen wir durch ein große Mall mit macys, sears, bath & body works, Victorias secret und vielen, vielen anderen shops. Sowie einem Friseur und da bin ich doch gleich mal hinein! Es ist nicht ganz einfach auf englisch zu erklären, wie der Haarschnitt aussehen soll. Zwischenzeitlich dachte ich schon, na ja sie wachsen ja wieder, aber jetzt bin ich sehr zufrieden! Dannach Cappuccino und Espresso und ein paar Mitbringsel besorgen. Unsere Kapazität ist ja leider immer sehr begrenzt. Wir saßen noch einige Zeit  beim "people watching", so nennt man das hier auch. So kann man einen Tag auch verbringen! Nachmittags war ein wenig Haushalt angesagt, ein letztes Mal Wäsche waschen und ein wenig vorsortieren und ausmisten. Wir haben uns nach einem Radgeschäft umgesehen, daß Räder verpackt und günstig beim Flughafen liegt. Da werden wir morgen hinradeln. Der Ort heißt Scottsdale , Frank Lloyd Wright hatte hier ein "Winterhome", das werden wir besichtigen. Ein ganz entspannter Sonntag - für euch hoffentlich auch. Nun wünsche ich allen einen guten Wochenanfang, have a good one!

das berühmte vorher - nachher Bild!

 

26November
2016

Mesa bei Phoenix

Rundreise beendet! Morgen geben wir das Auto wieder ab und radeln die letzten Tage im Großraum Phoenix. Wie immer ein seltsames Gefühl wenn die letzte Station erreicht ist und wie immer Freude gepaart mit Wehmut!

Doch zunächst der Reisebericht der letzten beiden Tage. Nach unserem mißglückten Thanksgiving-Menu verliessen wir Globe. Nach einer kurzen Fahrt durch downtown, wo noch weniger los war als letztes Jahr fuhren wir weiter nach Miami, das laut Prospekt ein Eldorado für Antiqutäten-Fans sein soll. Der Prospekt muß einige Jahre alt sein, downtown ist ghosttown. Selbst das Museum hatte geschlossen. So fuhren wir über viele Hügel und Berge, (sind wir die letztes Jahr alle mit dem Rad gefahren ?, da müssen wir noch jung gewesen sein), kamen in das Tonto Basin, ein Hochtal der Sonora Wüste. Übersät mit Seguara-Kakteen, Prickly Pear Kakteen, Teddybaer-Kakteen, Mesquite-Büschen und sonstigen Stupfern, kommen hier einige Flüsse zusammen, die in den 1930er Jahren durch den Rossevelt-Staudamm zum Tonto -Lake zusammengefasst wurden. Eine wirklich grandiose Landschaft, die wenigen Campingplätze und Marinas stören kaum den Blick. Wir stiegen mal wieder aufs Rad und fuhren erst ein Stück am See entlang. Unterwegs schauten wir uns das Tonto National Monument an, Höhlenwohnungen der Indianer aus dem Jahr 1400. Sie liegen weit über dem See mit einer wundervollen Aussicht. Weiter ging es zum Rosevelt-Staudamm und am Apache-Lake entlang, auf den  Apache-Trail, um zu sehen , ob wir diese ungeteerte,steile und kurvige Straße mit dem Auto fahren können. Mit dem Rad war es ein Erlebnis, obwohl ich die knapp 65 km nicht ganz fahren wollte, vor allem nicht mit Gepäck. Der Apache-Lake ist durch die weitere Aufstauung des Salt Rivers entstanden. Wir radelten wieder zurück und übernachteten auf einem Campingplatz , der auch Zimmer anbietet. Vor der Türe ein kleiner See mit Gänsen und Enten sah sehr idyllisch aus, weniger idylisch war, daß das Federvieh nachts und in aller Frühe schnatterte! So kamen wir heute wenigstens zeitig los, was auch gut war, brauchten wir für den Apache-Trail doch mehr als 4 Stunden, denn "schneller" als 20 km/h war auf der ausgewaschenen, staubigen Straße nicht möglich. Spektakulär, grandios, schwer zu beschreiben, noch niemals fuhren so eine Straße entlang. Zum Glück war wenig Verkehr! Auf halber Strecke kommt die letzte "überlebende" Pferdestation "Tortilla Flat", der aus einem Saloon, einer Eisdiele und einem Souvenirgeschäft besteht. Kurios und sehenswert, war Tortilla Flet doch auch schon Drehort einiger Filme. Wir hielten an den wenigen Haltemöglichkeiten und spazierten durch die schöne Landschaft. Als dann der Asphalt wieder begann, war ich nicht unglücklich....So kamen wir wieder an Goldfield vorbei, das wir vor 2 Wochen schon besichtigten. Eine kuriose Westernstadt, die man auch zweimal besuchen kann. Heute kamen wir noch rechtzeitig zur "Gun shot show", ein lautes Spektakel mit Marshalls und Cowboys, aber immer sehenswert! 

So kamen wir am Motel in der Nähe des Autovermieters an und geben es morgen wieder ab. Ich freue mich auch wieder aufs radfahren!

Wir wünschen euch einen schönen 1.Advent., Hier stellt man den Christbaum auf und legt nach der Einkauforgie des "Black Friday", die Geschenke nach und nach unter den (Plastik-) Baum, bis am 25.12 ausgepackt wird!

 

 

24November
2016

Globe

Heute hatten wir einen kombinierten Auto-Rad-Wander-Auto Tag! Wir fuhren mit dem Auto zum Gila-River, packten die Räder aus und konnten unsere Fitness an 15% Steigungen testen. Durch einsame Gegend führte die Straße oberhalb des Gila-Rivers, ging aber in jeden wash (nur bei Regen Wasser führender Fluss) hinunter , um auf der anderen Seite wieder empor zu steigen. Wir radelten weiter zum Bonita Creek, wo der Weg an ein paar schon lange verlassenen Häusern endete. Wir spazierten am Fluss entlang, kamen in der Wildnis aber nicht weit. So fuhren wir wieder ein Stück zurück, um an einem Campingplatz, der für solche die, die absolute Einsamkeit lieben, genau richtig ist. Kein Strom, kein Wasser, Plumpsklos, Stellplätze, die Hunderte von Metern auseinander liegen, aber mit wunderschönen Blick auf eine Felswand und den unten vorbeifließenden Gila-River. Wir liessen die Räder oben stehen und wanderten zum Gila River hinab. Außer Tierspuren, leider sahen wir die dazugehörenden Tiere, so z.B. Nasenbären "coatis", nicht. Auch heute wurde es wieder recht schnell warm und sonnig. Wir gingen wieder zu den Rädern zurück und zu unserer Achterbahnstraße! Am Spring Canyon Picknick-Platz am Gila River  machten wir Rast und verzehrten unsere Bananen und Trail-Mix, wobei Karl immer die Smarties fand, seltsam?! Auch hier fanden wir Tierspuren, kamen uns schon wie Fährtensucher vor, hat richtig Spaß gemacht. Zurück zum Auto, die Räder verstauen und zum Espresso - Pfeifendeckel - an Thanksgiving hat alles geschlossen. Ein Saveway hatte noch geöffnet und darin gab es einen Starbucks, außerdem Internet und wir überlegten,  wie wir weiter fahren wollen. So reisten wir heute noch bis Globe, mit dem Auto sind 100 km einfach zurückzulegen. Globe hatten wir in guter Erinnerung, doch auch hier war leider alles geschlossen, dabei hatte uns jeder erzählt, daß es an Thanksgiving "specials" in den Restaurants geben wird! So blieb uns wirklich nur McDonalds, wir waren erschüttert, ob des Essens (?) und den Besuchern. Kinder, die 120 kg wiegen und dann noch Hamburger und Pommes essen, also mir verging der Appetit regelrecht. Fassungslos, wie sich Ess-und Tischkultur auflösen, nicht nur in den USA, marschierten wir in der Kälte zu unserem Hotel.

Die ganze Region heißt "Gila-Box" ein riesiger Naturpark. Den ganzen Tag begegneten uns vielleicht 5 Autos, auf dem Campingplatz waren ungefähr 4 Autos, ziemlich menschenleer also.

Von Safford bis Globe durchfährt man ein großes Apache-Reservat, das leider sehr trostlos wirkt. Was will man bei einer Arbeitslosenrate von 68% auch erwarten? 

 

unser Thanksgiving Menu....

 

23November
2016

Safford

Oh nein, Martin hat uns durchschaut, dachte ich doch, daß es ein Fehler ist, die "hoodoohs" zu beschreiben!! Es sieht wirklich aus wie in der sächsischen Schweiz..

Die Sonora-Wüste scheint endlos, wieder fuhren wir durch Buschlandschaft, ganz vereinzelt sieht man erneut Kakteen. Safford liegt immer noch knapp 1000m hoch. Da wir heute mal wieder mit dem Rad fahren wollten, suchten wir eine Strecke in einem State Park. Irgendwie hatten wir die Karte nicht richtig gelesen, wir waren noch nie in so einem winzigen State Park. 3 $ Eintritt pro Mann/Frau und obwohl wir jeden Weg abgeradelt haben, kamen wir auf 5 km!! Na ja, er lag an einem angelegten See und war somit ganz malerisch. Am Picknick-Platz trafen wir zwei orthodoxe Pfarrer, nebst Gattin. Da wir sowieso das Serbisch-Orthodoxe Kloster Saint Paisius besichtigen wollten , fragten wir die Pfarrer, wie man dahin kommt, da er sehr abgeschieden liegt. Es erinnerte sehr an Begegnungen in Griechenland. Wir radelten jedenfalls los, nach 2 km hörte der Asphalt auf und auf einer Staubstraße ging es weiter. Das Kloster liegt ganz abgeschieden in der Wüste. Man kommt an einen Zaun und meldet sich über eine Sprechanlage an, dann öffnet sich das Tor. "Fahren Sie zum Parkplatz und gehen Sie dann zum Buchladen" - so lautete unsere Anweisung. Dort wurden wir freundlich begrüßt und bekamen erst mal Kleidung, um uns zu verhüllen. Es wird mir ewig ein Rätsel sein, warum man in diesen lächerlichen Röcken und Schals - Karl bekam eine lange Hose und ein langärmeliges Hemd- für einen Kirchenbesuch würdiger aussehen soll. Egal, willig verhüllten wir uns und Schwester Joanna zeigte uns die große, sehr neue und sehr schöne Kircke. Sie erbauten sie im Jahr 2009 und auf Photos sieht man , wie die 21 Schwestern selbst mitanpackten. Alle Holzarbeiten kommen aus Rumänien, ebenso die wunderschön geschnitzte Ikonostase. Klöster haben immer eine ganz eigene Aura, Ruhe, Stimmung, wie man es auch nennen mag. Es war jedenfalls sehr schön und als wir gerade gehen wollten, kam Pfarrer Philipp (vom Picknick-Platz) und begrüßte uns wie alte Bekannte. 

Wir radelten wieder auf unserer Staubstraße zurück und mit dem Auto nach Safford, wo wir in der gleichen Espresso-Bar wie im letzten Jahr einkehrten. Trotz später Stunde tranken wir einen, hoffentlich können wir schlafen, aber manche Dinge müssen einfach sein!

Roper-Lake State Park bei Safford

Staubstraße und Friedhof am Wege, vermutlich eingezäunt, um  Tiere fern zu halten.

 

   well dressed                              Pfarrer Philipp

 

22November
2016

Willcox

Heute morgen waren die Scheiben am Auto gefroren! Nach dem Frühstück, welches aus Rühreiern mit Speck, sowie Toast , Obst und Joghurt bestand, wir also sehr gestärkt waren, schien die Sonne und es hatte bereits 10°. Vom Frühstücksraum kann man in den Garten sehen und was sahen wir? Ein Javelina, ein Halsbandpekari, welches Im Kompost nach frisches Obstschalen, Salat und ähnlichem suchte. Das ist dann der Vorteil, wenn man so einsam wohnt, man hat die Natur direkt vor der Haustür. Wir verabschiedeten uns herzlich von Mary und Jack, bedankten uns für die gute Bewirtung und fuhren erneut zum Chiricahua Park. Diesmal ganz nach oben, da wir wandern wollten und naß geschwitzt vom radfahren, wäre das zu kalt gewesen. Wir entschieden uns für einen ca 7 km Rundweg, was jetzt recht kurz erscheint, da es sehr unwegsam war und viel Klettern bedeutete, kamen wir nur langsam voran. Außerdem ist die Landschaft mit den Steinskulpturen so sensationell, die Figuren müssen gedeutet und fotografiert werden natürlich. Es wurde immer wärmer und sonniger, über Mittag war es wie an einem Spätsommertag bei uns. So erreichten wir den Echo Canyon wieder und fuhren ein paar Kilometer weiter zum Sugarloaf Berg, dem  mit 2238 m höchsten Berg  im Park. Der Wanderweg hinauf war ambitioniert für uns, teils ging es rechts steil hinunter, aber ich wollte unbedingt die Aussicht von dort oben geniessen. Der Weg wurde ebenfalls in den 30er Jahren angelegt, um eine Feuerstation dort oben einzurichten. Diese steht noch oben auf dem Berg, ein winziges Häuschen, ringsum Fenster mit einem Feldbett, einem Tisch und Stuhl, ein Regal mit abgegriffenen Büchern und Ordnern, einem Spülbecken mit einer Wasserpumpe, etwas abseits das "Outhouse". Wir waren ganz allein da oben, hatten die erhoffte Aussicht und waren ganz ergriffen von so viel Schönheit. Es war so warm in der Sonne, der Blick ging so weit über die Ebene zu den etwa 70 km entfernten Dragoon Mountains im Osten. Das trockene Grasland leuchtete golden im Spätnachmittagslicht (Fields of Gold, gell Johannes), wir konnten uns kaum von dem Anblick lösen und wieder hinabsteigen. Doch unser nächstes Motel wartete, in Willcox an der Interstate 10. Ich erwartete ein tristes Kaff an der Autobahn, doch es ist ein richtig netter Ort, der 1880 mit dem Eisenbahnbau gegründet wurde. Wir waren in einem Café und unterhielten uns mit der Besitzerin, die Interstate "kills us" war ihr Urteil.. Da keiner mehr durch den Ort kommt und sich die üblichen Fast-Food Restaurants an der Interstate angesiedelt haben. Und richtig, auf den zweiten Blick sahen wir, daß fast jedes zweite Haus ein Schild "For sale" im Fenster hat...

                                                                          Blue Arizona Jay

                                                                       Fire-Station auf dem Sugarloaf

weites,weites Land

 

21November
2016

Dreamcatcher Bed & Breakfast

 Wir sind im Niemandsland, welches sich so ungefähr 20 km südlich des Chiricahua National-Monuments und ca 70 km nördlich von Douglas. Ein Ehepaar betreibt ein Bed & Breakfast, erbaut im Adobe-Stil, alles wirklich wunderschön, wenn nicht der nur durch einen Paravant abgetrennte Restroom wäre...das ist mir nach 40 Jahren Ehe immer noch zuviel Nähe! Wir werden es druchstehen, genauso wie wir heute den Sturm, die Kälte und den Regen durchstehen mußten. Jawohl, wir sind im Chiricahua Park mal wieder Rad gefahren. Mit dem Auto zur Faraway-Ranch, die um 1880 eine der ersten in Süd-Arizona war, von dort sind wir auf den 2084 m hohen Aussichts- und Wanderpunkt Massai Point geradelt. Dort oben hat man einen wunderbaren Rundumblick und auch auf das "Wonderland of Rocks" , die Steinformationen erinnern an die Terrakotta Armee in Xiang, oder an aufrecht stehende Massai - Krieger. Wir hätten das alles gerne noch länger genossen, wenn es nicht so schrecklich kalt, wir nicht so naß und der Sturm nicht ganz so heftig gewesen wäre. Unser Glück war ein Aussichtshäuschen mit Fenstern und Türe, darin standen wir schnatternd (also ich) und warteten den Regen ab. Zum Glück hatte ich Wechselklamotten dabei und meine Regenhose, Karl friert ja nicht. Die Abfahrt war alles andere als toll, obwohl die Steinformationen die Phantasie beflügeln. Unten angelangt, gingen wir ins geheizte Visitor-Center, um ein bißchen aufzutauen. So schafften wir die letzten Kilomter zum Auto, luden die Räder ein und drehten die Heizung auf!! Es ist eben Ende November und wir sind immer noch 1400m hoch. Heute Nacht soll es 0° haben, morgen dann aber wieder bis zu 20°. So werden wir den Berg morgen nochmals in Angriff nehmen und dann auch wandern.

                                                                                Baumwollfeld

                                                                                Käpitän-Fels

Massai-Formation

Wir sind vom Abendessen zurück, es gab ein richtiges Menu, sehr, sehr lecker. Bei einem Glas Wein haben wir noch ein wenig mit den Besitzern geplaudert, es war ein sehr netter Abend.

20November
2016

Douglas

Das Internet ist in dem Hightech-Land USA manchmal einfach lausig und Tombstone ist Wilder Westen, nach wie vor. Einige Male dachte ich bei einem Pistole tragenden Cowboy, hoffentlich sind's nur Platzpatronen. Ja, also Tombstone, schon ein Ereignis durch diese Straßen zu schlendern. Der Ort lockt Touristen an, auch solche, die sich das Recht mit der Waffe zurückwünschen, das trübt die unbefangene Freude am Wilden Westen bei mir doch ziemlich. Tombstone besteht aus 2 je 800m langen Straßenzügen, an denen sich Souvenir -, Westernkleidung- und sonstige Läden aneinander reihen. Dazwischen fahren Kutschen, die eine Stadtrundfahrt anbieten, Wyatt Earp und seine Brüder, Cowboys, Mountain Men und ein paar elegante Damen mischen sich ins Stadtbild. In den wirklich alten und sehenswerten Saloons bedienen ebenfalls Cowboys und Mädels in engem Mieder und Rüschenunterhosen. Kurios und unterhaltsam. Wir haben uns natürlich die legendäre Schießerei , die 3 x täglich nachgespielt wird, nicht entgehen lassen. Man muß es gesehen haben, obwohl es schrecklich laut ist! Das Museum im Courthouse haben wir selbstverständlich auch besucht und so langsam schwirrte mir der Kopf vor lauter Wyatt Earp und seine Gesellen, so ganz der "Gute" war er eben auch nicht. Interssant war die Geschichte von "Big Nose Kate" , der Freundin Doc Hollidays, eine der ersten Prostituierten in Tombstone, nachdem sie vorher schon in anderen Minenstädten gearbeitet hatte. Sie ist als 16jährige mit ihren Eltern aus Ungarn eingewandert und war trotz dieses Lebenswandels fast 90 Jahre alt, als sie 1940 starb. Auch das Birdcage Theater besichtigten wir, ein Saloon mit Spielhalle und "Etablissement", später traten dann sogar Enrico Caruso und Sarah Bernardt darin auf. Das Theater ist seit den 50er Jahren geschlossen und zu dem Zeitpunkt muß auch das letzte Mal Staub gewischt worden sein! In den Vitrinen und Ausstellungsflächen ist kaum etwas zu erahnen, handgeschriebene verblaßte Zettel geben kaum mehr lesbare Erläuterungen. Und trotzdem, dem Charme kann man sich nicht entziehen! Es ist schon etwas Besonderes an so einem Ort gewesen zu sein und alles "live" zu sehen. Abends sind wir noch zum Boothill Cementary, Boothill deshalb, weil die meisten in ihren Stiefeln starben, da sie  entweder erschossen wurden oder bei einem Minenunglück ums Leben kamen. Der Friedhof zeugt von einer sehr rauhen, harten und schweren Zeit. In schönem Sonnenuntergang schlenderten wir wieder in den Ort zurück. Hoffentlich erhält sich der Mythos noch recht lange, es stehen doch auch einige Läden leer und unser Motel war nur mäßig belegt, das dazugehörige Restaurant hatte bereits ganz zu. Tombstone liegt einfach weit weg von den klassischen USA-Zielen.

Heute morgen ging es weiter in Richtung Süden, über Bisbee nach Douglas, direkt an der mexikanischen Grenze. Auch Bisbee war eine Minenstadt, allerdings fand man Kupfer und das auch in großen Mengen, so daß erst 1975 die letzte Mine schloß und umgegrabene Landschaft hinterließ. Bisbee liegt in einem tief eingeschnittenen Tal und preist seine vielen Treppen, die zu den steil am Hang liegenden Häuser führen. Im Frühjahr findet ein 1000 Stufen - Rennen statt, kommt euch das bekannt vor?! Bisbee ist eine richtig nette Kleinstadt, in der noch ein paar Menschen leben, mit Geschäften, Cafés, Galerien, der Ort hat Flair. Wir erkundeten ihn kreuz und quer. Ein sehr tüchtiges Tourismusbüro hatte Stadtpläne und Streckenvorschläge parat und damit ausgestattet, liefen wir die steilen Sträßchen hinauf und hinab.Die Minentour haben wir ausgelassen, da die "Unterwelt" nicht so die unsere ist! Durch die"high desert", die ganze Gegend liegt so auf 1400 - 1600m Höhe, ging es hügelig weiter und dann öffnen sich wieder riesige ganz flache Täler. So erreichten wir Douglas, wir haben ein Zimmer im Gadsden Grand Hotel, mit einer sensationellen Lobby, Treppenaufgang aus italiensichem Marmor, Glasfenstern von Tiffany und - uns beiden als einzige Gäste!! Der Charme hat sich erhalten, das Zimmer ist modern, die Fenster sind allerdings mit Plastikfolie verhängt, da sie überhaupt nicht mehr dicht sind. Es ist ganz merkwürdig hier, hoffentlich spukt es nicht! Douglas ist ebenso merkwürdig, hier war eine Kupferschmelze, die ebenfalls in den 70er Jahren schloß, doch leider hat hier Wyatt Earp keinen erschossen und liegt es nicht so malerisch wie Bisbee. Ich habe den Eindruck, wer kann zieht weg. Vieles steht leer und / oder bröselt vor sich hin. Direkt an der mexikanischen Grenze, wir hätten zu Fuß hinübergehen können, haben es die Geschäfte auf der amerikanischen Seite auch schwer, den Preisen etwas entgegenzusetzen. Auch hier sind wir noch kreuz und quer spaziert, es hinterlässt einen morbiden Eindruck. Aber an der Hauptstraße blinkt eine wunderschön bunte Weihnachstbeleuchtung heute Abend! Bei den sommerlichen Temperaturen stellt sich noch gar keine Weihnachsstimmung bei mir ein....

Tombstone

Bisbee

 

das Gadsdan Grand-Hotel

Douglas -  bewohnt und unbewohnt

18November
2016

Tombstone

Der Wilde Westen lebt! Zumindest in Tombstone, diesem legendären Ort in dem es zwischen Wyatt Earp, Doc Holiday,Virgil Earp und Banditen am OK. Corral am 26.Oktober 1881 zur Schießerei kam . 30 Schüsse in 30 Sekunden und 3 Tote waren zu beklagen. Ich bin begeistert  in dieser Stadt zu sein. Noch haben wir nichts besichtigt, wir kamen erst spät hier an. Zunächst fuhren wir mit dem Auto einige Kilometer, bis wir unterwegs ein Schild sahen "Historic Empire Ranch", wir luden die Räder aus und fuhren dorthin. Eine Ranch, die ihren Ursprung im Jahr 1872 hat und bis 1975 betrieben wurde. Sie wurde immer wieder umgebaut und angebaut, um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. Heute kann man einfach so, durch die teilweise noch möblierte  Ranch von Zimmer zu Zimmer schlendern und sich alles ganz genau ansehen! Einfach herrlich! Die Cowboy-Küche und Unterkünfte, der Master-Bedroom mit angrenzendem Badezimmer aus der Jahrhundertwende, die Ställe, einfach alles. 15000 Rinder, 100 Pferde nannte Mr.Vail in der Hochzeit der Ranch sein eigen, auf alten Photos alles festgehalten. Auch John Wayne und andere ritten hier in manchem Western über die Ranch. Im Wohnzimmer steht ein großes Glas, in welches man seine "donation" wirft, ansonsten ist auf dem ganzen Gelände niemand. Wir radelten noch ein wenig durch die Hoch-Wüste Sonora, in der schon weniger Kakteen, dafür umso mehr Büsche wachsen und viel Gras ringsum, das aber im wahrsten Sinne des Wortes strohtrocken ist. Es war wieder ein warmer und sonniger Tag.

Zurück zum Auto und weiter in Richtung Tombstone, zuvor kam noch die Herausforderung zu tanken! Hier geht man zuerst zur Kasse, sagt welche Zapfsäule und wieviel Benzin man braucht. Da wir nicht so genau wissen, wieviel in den Tank paßt hinterlegten wir 60$ als Pfand. Tatsächlich waren es nur 45 $, ein Gallone , ca 3 Liter, kosten 2$10. Die Pickups brauchen aber auch so 25 - 30 Liter auf 100 km, das nenne ich Benzinschleuder! Weiter rollten wir durch das hügelige Grasland und kamen an Fairbanks, einer ghost town am San Pedro River vorbei. Die Stadt hat sich wirklich fast "aufgelöst", nur wenige Gebäude und ein fast zugewucherter Friedhof sind noch zu sehen, In der Abensonne war das ein wunderschöner Spaziergang und der Blick auf die Berge war umwerfend. So erreichten wir Tombstone. Es ist schon beeindruckend, all die Orte, Landschaften und Drehorte, die man aus Filmen kennt, so richtig zu sehen. Morgen werden wir auf jeden Fall noch in Tombstone bleiben und dem Wilden Westen frönen. Heute Abend waren wir schon in Big Nose Kates Saloon, um 1880 hatte Tombstone 15 000 Einwohner und 100 Saloons. Der Saloon ist tatsächlich aus der Zeit und Wyatt Earp, Virgil Earp, sowie Doc Holiday und viele anderen Westerngrößen verkehrten dort. Alles auch in Lucky Luke Heft 71 "OK Corral" nachzulesen! Das wäre was für den Lone Rancher und seinen Gaul....

Empire Ranch, das wäre was für den Biber und Katharina gewesen....

Fairbanks

Vielen Dank für deine Infos Mathias! Drücken wir die Daumen für morgen, gehst du mit nach Berlin?

17November
2016

Green Valley

Das Arizona Sonora Desert Museum ist eigentlich ein Park! Ein Park , der ungefähr 20 km westlich von Tucson mitten in der Wüste liegt. Auf verschlungenen und verwirrenden Pfaden wandert man über 4 km durch Kakteenland, aber auch durch eine Art Zoo, in der die heimischen Tiere zu sehen sind. Wir machten eine Führung durch das Kakteengebiet mit. Was mich am meisten faszinert hat, ist, daß die großen Saguaro-Kakteen im Alter von 60 erst Arme bekommen, es gibt welche , deren Alter man auf 200 Jahre schätzt. In den ersten 5 Jahren wachsen sie 4 cm und sind das Futter für viele Nager. Gut aufgepaßt, gell? Es ist wirklich interessant welche Überlebensstrategie sich Pflanzen und Tiere einfallen lassen, um in dieser unwirtlichen Gegend zu überleben. Des weiteren ist eine große Reptilienausstellung, in der geduldige Volunteers ebenso geduldige Schlagen um den Arm wickeln, die man anfassen darf. Da auch der Golf von Kalifornien zu dem Wüstengebiet gehört, sind Biber (Bibi !!), Otter und zahlreiche Fische zu betrachten. Der Mountain Lion hat jegliche Zusammenarbeit verweigert, wie die Dame erklärte, er hat eine Felsennische, die im Sommer mit Aircondition gekühlt und im Winter beheizt wird, er hat sich aber eine Nische ausgesucht, wo höchstens eine Pfote und sein Schwanz zu sehen sind. Wie überhaupt, die Tiere sehr artgerecht gehalten werden,alle haben Rückzugsgebiete und sind dann eben nicht zu sehen oder nur ein bißchen . In Großvolieren schwirren Kolibris und andere heimische Vögel. Mittags war eine Vorführung einiger Tiere. Wie ein Skunk, ein Papagei, ein Stachellschwein und ein sehr seltener Gecko denn leben und welche Lebensräume sie benötigen. Wie überhaupt alle Tiere, die dort zu sehen sind, verletzt oder verlassen aufgefunden wurden und nun im Museum so wild wie möglich leben. Nachmittags besuchten wir noch eine Raubvogel-show , ebenfalls mit Belehrungen, wie diese Vögel leben und wie man sie in freier Wildbahn erhalten kann. Wie ihr seht, ein sehr unterhaltsamer und lehrreicher Tag! Das Wetter war auch sehr gut, sonnig, aber nicht zu heiß, nur noch 20°, ideal zum besichtigen. Nach soviel Flora und Fauna war uns nach noch mehr Kultur und wir besichtigten die San Xavier Mission aus dem Jahre 1752, für hiesige Verhältnisse uralt. Wirklich malerisch liegt die Missionskirche so weiß in einem grünen Tal, auch innen ist sie sehr schön bemalt. 

Mit dem Auto ist man schon ganz schön schnell und so fuhren wir noch 30 km weiter nach Green Valley. Zu unserer großen Überraschung sind die Angaben wieder in Kilometer. Green Valley wirbt mit "great for retirement", also ideal für Rentner. (Wäre das was für Lone Rancher?). Wie alt die Rentner hier sind, davon konnten wir uns heute Abend im Restaurant überzeugen, als selbst wir den Altersdurchschnitt senkten und vor allem überzeugte uns das Blutdruckmessgerät am Eingang!!! Vermutlich kann sich der Senior von seiner Fahrtauglichkeit überzeugen. Mich würde wirklich interessieren, wer im Sommer noch hier wohnt, alle, die wir bisher getroffen haben "moven" im Winter aus dem Norden hierher. So war Tuscon vor der Erfindung der Klimaanlage ein Dorf und erst seit den 60er Jahren boomt die Stadt. Im Großraum leben ungefähr 2 Millionen Menschen, dazu trägt auch eine große Universität bei.

PS : Wie ich soeben bei google nachgesehen habe, liegt der Altersdurchschnitt in Green Valley bei 72!

 

Arizona Sonora Desert Museum

San Xavier Mission

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