Vancouver - Pacific Coast - Mexico - Arizona

A bike ride August, 23rd to December, 2nd

Berichte von 11/2016

30November
2016

Scottsdale bei Phoenix Tag 3

Tag 3 haben wir zu einer kleinen Radtour zum Papago Park und seinen Steinformationen zu machen. Auch dorthin führt ein Radweg an einem Kanal entlang, ich sah meine gefiederten Freunde, die Quails und unsere geliebten Seguara-Kakteen nochmals. Die Felsformationen ragen einfach so aus der Landschaft, bieten einen wunderbaren Rund-um-Blick und als Attraktion "hole in the rock". Nach dem Ausflug, bei strahlendem Sonnenschein und noch ein bißchen wärmer als gestern, radelten wir ins Motel zurück. Es war inzwischen so warm in der Sonne, daß ich eine kleine Runde im Pool geschwommen bin. Anschließend packten wir unsere Taschen und brachten alles zum Radladen, der bis morgen unsere Räder verpacken wird. Peter scheint das im Griff zu haben. Zurück ging es dann 3 km zu Fuß auch am Kanal entlang. Da wir noch Zeit hatten, bummelten wir in einer Riesen-Mall. Bei all den Armani, Mont Blanc, Gucci, Tiffany und sonstigen Läden fielen wir in unseren Radklamotten schon ein wenig auf! In der Abendsonne und bei deutlich kühleren Temperaturen, schlenderten wir zum Motel zurück. Nach kurzer Dusch-Pause planten wir unser Abendessen, Hamburger sollten es heute nochmal sein. Bei "Rehaburger" waren wir genau richtig, es waren wahre Monsterburger!! Aber sehr, sehr gut! 

Nachdem wir in den letzten 5 Jahren jeweils 3 Monate in den USA waren, also fast 1 Jahr hier gelebt haben (!) ist es Zeit für ein Fazit:

Die Landschaft, die Freundlichkeit, die Hilsbereitschaft, die Großzügigkeit ist einzigartig. Kleines Beispiel heute morgen: der Hausmeister des Hotels grüßt uns freundlich"How are you doing today?" - "Fine, and you?" - "Fabulous, bright sunshiny day, wonderful". Da geht es einem doch gleich viel besser, wenn jemand so freundlich antwortet, statt in einem Muffelton.

Die Selbstverständlichkeit mit der die US-Amerikaner davon ausgehen, daß sie im tollsten Land der Welt leben, macht vieles einfacher für sie. Wobei bei den Nicht-Trump Wählern der Schock tief sitzt, dennoch sind sie der Meinung, daß das tollste Land auch ihn übersteht. Es ist ein Land voller Gegensätze, in den Naturparks ist alles "nature", da gibt es kein Restroom mit Wasserspülung, da wird nicht in die Natur eingegriffen. Andererseits kann man stundenlang mit laufendem Motor vor dem Geschäft stehen und drinnen einkaufen. Das ist auch ein großer Unterschied, hier ist wenig abgeschlossen und verriegelt, man geht mit großem gegenseitigen Vertrauen auf einander zu. OK, in der Bronx mag das anders sein. Aber wir fühlten uns in all den Jahren nie irgendwo unwohl oder bedroht. Das macht das Reisen hier auch sehr angnehm, man begegenet sich mit großem Respekt. Es ist nie stressig oder jemand ist unfreundlich, weil wir irgendetwas nicht gleich verstanden haben. Im Gegenteil, interessiert fragt man nach woher wir kommen und es stellt sich heraus, daß der grand-grandfather aus Germany kam und das ist natürlich "awesome". Geduldig wartet man in der Schlange und wenn jemand die Cent abzählt, verdreht keiner die Augen. Als Deutsche muß ich natürlich ein Haar in der Suppe finden, die Schere zwischen arm und reich ist noch größer als bei bei uns. Doch gehört es sich hier, daß wer kann, gibt oder hilft etwas. Da sind die großen Spender, die einen Park anlegen lassen und dafür eine Plakette bekommen, oder viele kleine Spender, die zusammen das Heimatmuseum betreiben, natürlich die ganzen volonteers, die alte Menschen transportieren und das Land am Laufen halten, ist mein Eindruck manchmal. Der Zusammenhalt und die Solidarität erscheint mir sehr groß, dennoch bekommen sie "goosebumps", wenn sie von unseren Sozialabgaben hören, das ist purer Kommunismus in ihren Augen! Ich habe auch noch nie so viele so dickleibige Menschen gesehen und andererseits so viele schlanke, duchtrainierte. Oder wie Heike Pirngruber, das pushbikegirl, eine Radlerin , die schon seit Jahren in der ganzen Welt unterwegs ist, treffend bemerkt; die Amerikaner haben die dicksten Menschen und die meisten Olympiasieger! 

Scottsdale Old Town

                                                                                  Phoenix

           

Karl im Glück                    so warm wurde es heute nachmittag!

 

 Morgen Abend um 20 Uhr 40 heißt es "Have a good one" - "Be save" - "Happy trails" - "See you, guys" - "God bless you" und wir steigen ins Flugzeug. Bereits 10 Stunden später sind wir in London Heathrow 13 Uhr 30 Ortszeit, dann haben wir 2 Stunden 40 Minuten um von Terminal 3 zu Terminal 5 zu kommen, wo der Airport guide schon 90 Minuten veranschlagt. Toi,Toi,Toi sag' ich da nur....dann wären wir am Freitag Abend um 18 Uhr 45 in Stuttgart. Ziemlich ermattet, vermute ich mal.

29November
2016

Scottsdale bei Phoenix Tag 2

Die Sonne schien, trotzdem waren es nur 16° heute, also ziemlich kühl. An windgeschützten , sonnigen Ecken war es deutlich wärmer. So ließe sich der Winter aushalten. Wir radelten Richtung Berge, was ganz einfach war, da ein fast 25 km langer Radweg mit Unterführungen oder zügiger Ampelschaltung uns durch die Nobel-Wohngebiete dorthin führte und die restlichen Kilometer auf einsamen Straßen. Diese Wohnanlagen sind schon sehr schön, mit dem Blick auf einen angelegten Teich mit Enten und die Berge. Das Stadtgebiet von Phoenix ist ringsum von über 1000 m hohen Bergen umgeben, ein sehr schönes Panorama somit.Wir radelten zum Gateway Desert Trailhead, da wir einfach nochmal die Wüste mit den Seguaro und sonstigen Kakteen sehen wollten. Am Startpunkt befindet sich ein großes Informationsgebäude mit Toiletten, Wasserspender, Wanderkarten und Info-Tafeln, der Wanderweg führt zum Whitehead Pass und noch weiter. Wir mußten auf die Uhr sehen, da wir ja bei Tageslicht noch zurückradeln wollten, so schafften wir es nicht ganz bis zum Pass. Die Aussicht war trotzdem sehr schön und die Kakteen einfach toll! Wir genossen das alles sehr .Zurück ging es wieder auf dem selben Weg. Erstaunlicherweise sahen wir heute morgen einen Kojoten an einem Kanal entlangmarschieren, unter einer Hecke beim Golfplatz kamen Quails (Wachtelart) hervorspaziert, da sind wir kilometerlang durch einsame Gegenden geradelt oder gewandert und sahen keine Tiere.

Quails überqueren den Radweg, ich finde sie sehen ungemein witzig aus

 

Blick auf Scottsdale und Phoenix                    Golfplatz im Vorgarten

An Martin: Adobe gibt es auch als Haus, das sind Lehmziegelhäuser mit dicken Wänden und kleinen Fenstern, um die Hitze draußen zu halten. Morgen folgen Photos!

28November
2016

Scottsdale bei Phoenix

Postreiter und ich

 

Weihnachtsbaum in Scottsdale

Oh, war das kalt heute!! Ohne Sonne stieg das Thermomenter gerade mal auf 12°, dazu blies ein kalter Wind. Scottsdale, so wie die ganze Phoenix Umgebung ist ein Traum für Radfahrer. So viele Radwege oder Radspuren hatten wir selten und so klapperten wir auch ganz entspannt die Radläden ab, die in Flughafennähe liegen. Schon der dritte war der Richtige, er verpackt Räder und ist bereit uns gegen ein Aufgeld am Donnerstag zum Flughafen zu fahren. Seine Mutter lebt in Würzburg und der Bruder in Bietigheim, so kamen wir gleich in guten Kontakt. Wir haben in Scottsdale nun für die verbleibenden 3 Tage ein Hotel in "Old Town". Die Old Town sieht zwar ziemlich neu aus, ist aber  im Western- und Adobe-Stil erbaut und sieht wirklich ansprechend aus. Scottsdale gehört zu den reichsten Städten der USA und ist auf Platz 5, was die Lebensqualität angeht. So sieht alles sehr gepflegt und "aufgeräumt" aus, mit schön angelegten Grünflächen. Geranien blühen neben Weihnachtsbäumen, der Golfplatz darf nicht fehlen, zahlreiche Restaurants und Läden laden zum bummeln ein. Außerdem ist die ganze Phoenix-Gegend von Kanälen durchzogen, die bereits um 1830 angelegt wurden. Damals, um die Obstgärten und Weinfelder der wenigen Farmen zu bewässern. Die Kanäle gibt es immer noch, daran entlang wurden Rad - und Fußwege angelegt. Die Ausdehungen von Phoenix sind gewaltig, so legten wir heute 50 km zurück, um vom Hotel heute morgen bis zum Radladen zu kommen, dabei durchquerten wir nur den weiteren Vorort Tempe. Hier gibt es keine Mehrfamilienhäuser, keine Hochhäuser nur mal mehr oder mal weniger gepflegte Einfamilienhäuser, viele umzäunte Wohnanlagen, in welchen man bei Dunkelheit sein Haus nicht mehr findet, weil alles gleich aussieht. Meist prachtvolle Einfahrten mit Blumenrabatten oder Kakteengärten, Wasserspielen, Orangenbäumen, je nach Exklusivität. Die Stadt dehnt sich immer weiter aus.

Heute Abend waren wir hawaiianisch essen, es war interessant, sagen wir mal so...mein Essen (Huhn mit Mango chutney, Jawaianischem Kuchen und Kochbanane) war sehr scharf und nicht ganz meine Geschmacksrichtung.

Wir haben heute kaum Photos gemacht....wir waren mit Straßen suchen beschäftigt! Aber so richtig Rad fahren hat heute wieder Spaß gemacht!

Ein herzliches Danke-schön an den Sportinformationsdienst, auch für die gute Nachricht, VfB olé!!

27November
2016

Mesa bei Phoenix Tag 2

Hattet ihr alle einen schönen 1.Advent? Das gibt es hier nicht, aber die shopping mall war schon sehr weihnachtlich. Ein dick eingepackter Weihnachtsmann wartete auf Kinder , die sich mit ihm fotografieren lassen möchten. Wenn man, so wie wir im T-Shirt unterwegs ist, kommt keine rechte Weihnachtsstimmung auf. 

Das Auto haben wir gut zurückgebracht und mußten zu Fuß die 1,5 km zum Hotel zurück gehen! Auf unserem Weg kamen wir durch ein große Mall mit macys, sears, bath & body works, Victorias secret und vielen, vielen anderen shops. Sowie einem Friseur und da bin ich doch gleich mal hinein! Es ist nicht ganz einfach auf englisch zu erklären, wie der Haarschnitt aussehen soll. Zwischenzeitlich dachte ich schon, na ja sie wachsen ja wieder, aber jetzt bin ich sehr zufrieden! Dannach Cappuccino und Espresso und ein paar Mitbringsel besorgen. Unsere Kapazität ist ja leider immer sehr begrenzt. Wir saßen noch einige Zeit  beim "people watching", so nennt man das hier auch. So kann man einen Tag auch verbringen! Nachmittags war ein wenig Haushalt angesagt, ein letztes Mal Wäsche waschen und ein wenig vorsortieren und ausmisten. Wir haben uns nach einem Radgeschäft umgesehen, daß Räder verpackt und günstig beim Flughafen liegt. Da werden wir morgen hinradeln. Der Ort heißt Scottsdale , Frank Lloyd Wright hatte hier ein "Winterhome", das werden wir besichtigen. Ein ganz entspannter Sonntag - für euch hoffentlich auch. Nun wünsche ich allen einen guten Wochenanfang, have a good one!

das berühmte vorher - nachher Bild!

 

26November
2016

Mesa bei Phoenix

Rundreise beendet! Morgen geben wir das Auto wieder ab und radeln die letzten Tage im Großraum Phoenix. Wie immer ein seltsames Gefühl wenn die letzte Station erreicht ist und wie immer Freude gepaart mit Wehmut!

Doch zunächst der Reisebericht der letzten beiden Tage. Nach unserem mißglückten Thanksgiving-Menu verliessen wir Globe. Nach einer kurzen Fahrt durch downtown, wo noch weniger los war als letztes Jahr fuhren wir weiter nach Miami, das laut Prospekt ein Eldorado für Antiqutäten-Fans sein soll. Der Prospekt muß einige Jahre alt sein, downtown ist ghosttown. Selbst das Museum hatte geschlossen. So fuhren wir über viele Hügel und Berge, (sind wir die letztes Jahr alle mit dem Rad gefahren ?, da müssen wir noch jung gewesen sein), kamen in das Tonto Basin, ein Hochtal der Sonora Wüste. Übersät mit Seguara-Kakteen, Prickly Pear Kakteen, Teddybaer-Kakteen, Mesquite-Büschen und sonstigen Stupfern, kommen hier einige Flüsse zusammen, die in den 1930er Jahren durch den Rossevelt-Staudamm zum Tonto -Lake zusammengefasst wurden. Eine wirklich grandiose Landschaft, die wenigen Campingplätze und Marinas stören kaum den Blick. Wir stiegen mal wieder aufs Rad und fuhren erst ein Stück am See entlang. Unterwegs schauten wir uns das Tonto National Monument an, Höhlenwohnungen der Indianer aus dem Jahr 1400. Sie liegen weit über dem See mit einer wundervollen Aussicht. Weiter ging es zum Rosevelt-Staudamm und am Apache-Lake entlang, auf den  Apache-Trail, um zu sehen , ob wir diese ungeteerte,steile und kurvige Straße mit dem Auto fahren können. Mit dem Rad war es ein Erlebnis, obwohl ich die knapp 65 km nicht ganz fahren wollte, vor allem nicht mit Gepäck. Der Apache-Lake ist durch die weitere Aufstauung des Salt Rivers entstanden. Wir radelten wieder zurück und übernachteten auf einem Campingplatz , der auch Zimmer anbietet. Vor der Türe ein kleiner See mit Gänsen und Enten sah sehr idyllisch aus, weniger idylisch war, daß das Federvieh nachts und in aller Frühe schnatterte! So kamen wir heute wenigstens zeitig los, was auch gut war, brauchten wir für den Apache-Trail doch mehr als 4 Stunden, denn "schneller" als 20 km/h war auf der ausgewaschenen, staubigen Straße nicht möglich. Spektakulär, grandios, schwer zu beschreiben, noch niemals fuhren so eine Straße entlang. Zum Glück war wenig Verkehr! Auf halber Strecke kommt die letzte "überlebende" Pferdestation "Tortilla Flat", der aus einem Saloon, einer Eisdiele und einem Souvenirgeschäft besteht. Kurios und sehenswert, war Tortilla Flet doch auch schon Drehort einiger Filme. Wir hielten an den wenigen Haltemöglichkeiten und spazierten durch die schöne Landschaft. Als dann der Asphalt wieder begann, war ich nicht unglücklich....So kamen wir wieder an Goldfield vorbei, das wir vor 2 Wochen schon besichtigten. Eine kuriose Westernstadt, die man auch zweimal besuchen kann. Heute kamen wir noch rechtzeitig zur "Gun shot show", ein lautes Spektakel mit Marshalls und Cowboys, aber immer sehenswert! 

So kamen wir am Motel in der Nähe des Autovermieters an und geben es morgen wieder ab. Ich freue mich auch wieder aufs radfahren!

Wir wünschen euch einen schönen 1.Advent., Hier stellt man den Christbaum auf und legt nach der Einkauforgie des "Black Friday", die Geschenke nach und nach unter den (Plastik-) Baum, bis am 25.12 ausgepackt wird!

 

 

24November
2016

Globe

Heute hatten wir einen kombinierten Auto-Rad-Wander-Auto Tag! Wir fuhren mit dem Auto zum Gila-River, packten die Räder aus und konnten unsere Fitness an 15% Steigungen testen. Durch einsame Gegend führte die Straße oberhalb des Gila-Rivers, ging aber in jeden wash (nur bei Regen Wasser führender Fluss) hinunter , um auf der anderen Seite wieder empor zu steigen. Wir radelten weiter zum Bonita Creek, wo der Weg an ein paar schon lange verlassenen Häusern endete. Wir spazierten am Fluss entlang, kamen in der Wildnis aber nicht weit. So fuhren wir wieder ein Stück zurück, um an einem Campingplatz, der für solche die, die absolute Einsamkeit lieben, genau richtig ist. Kein Strom, kein Wasser, Plumpsklos, Stellplätze, die Hunderte von Metern auseinander liegen, aber mit wunderschönen Blick auf eine Felswand und den unten vorbeifließenden Gila-River. Wir liessen die Räder oben stehen und wanderten zum Gila River hinab. Außer Tierspuren, leider sahen wir die dazugehörenden Tiere, so z.B. Nasenbären "coatis", nicht. Auch heute wurde es wieder recht schnell warm und sonnig. Wir gingen wieder zu den Rädern zurück und zu unserer Achterbahnstraße! Am Spring Canyon Picknick-Platz am Gila River  machten wir Rast und verzehrten unsere Bananen und Trail-Mix, wobei Karl immer die Smarties fand, seltsam?! Auch hier fanden wir Tierspuren, kamen uns schon wie Fährtensucher vor, hat richtig Spaß gemacht. Zurück zum Auto, die Räder verstauen und zum Espresso - Pfeifendeckel - an Thanksgiving hat alles geschlossen. Ein Saveway hatte noch geöffnet und darin gab es einen Starbucks, außerdem Internet und wir überlegten,  wie wir weiter fahren wollen. So reisten wir heute noch bis Globe, mit dem Auto sind 100 km einfach zurückzulegen. Globe hatten wir in guter Erinnerung, doch auch hier war leider alles geschlossen, dabei hatte uns jeder erzählt, daß es an Thanksgiving "specials" in den Restaurants geben wird! So blieb uns wirklich nur McDonalds, wir waren erschüttert, ob des Essens (?) und den Besuchern. Kinder, die 120 kg wiegen und dann noch Hamburger und Pommes essen, also mir verging der Appetit regelrecht. Fassungslos, wie sich Ess-und Tischkultur auflösen, nicht nur in den USA, marschierten wir in der Kälte zu unserem Hotel.

Die ganze Region heißt "Gila-Box" ein riesiger Naturpark. Den ganzen Tag begegneten uns vielleicht 5 Autos, auf dem Campingplatz waren ungefähr 4 Autos, ziemlich menschenleer also.

Von Safford bis Globe durchfährt man ein großes Apache-Reservat, das leider sehr trostlos wirkt. Was will man bei einer Arbeitslosenrate von 68% auch erwarten? 

 

unser Thanksgiving Menu....

 

23November
2016

Safford

Oh nein, Martin hat uns durchschaut, dachte ich doch, daß es ein Fehler ist, die "hoodoohs" zu beschreiben!! Es sieht wirklich aus wie in der sächsischen Schweiz..

Die Sonora-Wüste scheint endlos, wieder fuhren wir durch Buschlandschaft, ganz vereinzelt sieht man erneut Kakteen. Safford liegt immer noch knapp 1000m hoch. Da wir heute mal wieder mit dem Rad fahren wollten, suchten wir eine Strecke in einem State Park. Irgendwie hatten wir die Karte nicht richtig gelesen, wir waren noch nie in so einem winzigen State Park. 3 $ Eintritt pro Mann/Frau und obwohl wir jeden Weg abgeradelt haben, kamen wir auf 5 km!! Na ja, er lag an einem angelegten See und war somit ganz malerisch. Am Picknick-Platz trafen wir zwei orthodoxe Pfarrer, nebst Gattin. Da wir sowieso das Serbisch-Orthodoxe Kloster Saint Paisius besichtigen wollten , fragten wir die Pfarrer, wie man dahin kommt, da er sehr abgeschieden liegt. Es erinnerte sehr an Begegnungen in Griechenland. Wir radelten jedenfalls los, nach 2 km hörte der Asphalt auf und auf einer Staubstraße ging es weiter. Das Kloster liegt ganz abgeschieden in der Wüste. Man kommt an einen Zaun und meldet sich über eine Sprechanlage an, dann öffnet sich das Tor. "Fahren Sie zum Parkplatz und gehen Sie dann zum Buchladen" - so lautete unsere Anweisung. Dort wurden wir freundlich begrüßt und bekamen erst mal Kleidung, um uns zu verhüllen. Es wird mir ewig ein Rätsel sein, warum man in diesen lächerlichen Röcken und Schals - Karl bekam eine lange Hose und ein langärmeliges Hemd- für einen Kirchenbesuch würdiger aussehen soll. Egal, willig verhüllten wir uns und Schwester Joanna zeigte uns die große, sehr neue und sehr schöne Kircke. Sie erbauten sie im Jahr 2009 und auf Photos sieht man , wie die 21 Schwestern selbst mitanpackten. Alle Holzarbeiten kommen aus Rumänien, ebenso die wunderschön geschnitzte Ikonostase. Klöster haben immer eine ganz eigene Aura, Ruhe, Stimmung, wie man es auch nennen mag. Es war jedenfalls sehr schön und als wir gerade gehen wollten, kam Pfarrer Philipp (vom Picknick-Platz) und begrüßte uns wie alte Bekannte. 

Wir radelten wieder auf unserer Staubstraße zurück und mit dem Auto nach Safford, wo wir in der gleichen Espresso-Bar wie im letzten Jahr einkehrten. Trotz später Stunde tranken wir einen, hoffentlich können wir schlafen, aber manche Dinge müssen einfach sein!

Roper-Lake State Park bei Safford

Staubstraße und Friedhof am Wege, vermutlich eingezäunt, um  Tiere fern zu halten.

 

   well dressed                              Pfarrer Philipp

 

22November
2016

Willcox

Heute morgen waren die Scheiben am Auto gefroren! Nach dem Frühstück, welches aus Rühreiern mit Speck, sowie Toast , Obst und Joghurt bestand, wir also sehr gestärkt waren, schien die Sonne und es hatte bereits 10°. Vom Frühstücksraum kann man in den Garten sehen und was sahen wir? Ein Javelina, ein Halsbandpekari, welches Im Kompost nach frisches Obstschalen, Salat und ähnlichem suchte. Das ist dann der Vorteil, wenn man so einsam wohnt, man hat die Natur direkt vor der Haustür. Wir verabschiedeten uns herzlich von Mary und Jack, bedankten uns für die gute Bewirtung und fuhren erneut zum Chiricahua Park. Diesmal ganz nach oben, da wir wandern wollten und naß geschwitzt vom radfahren, wäre das zu kalt gewesen. Wir entschieden uns für einen ca 7 km Rundweg, was jetzt recht kurz erscheint, da es sehr unwegsam war und viel Klettern bedeutete, kamen wir nur langsam voran. Außerdem ist die Landschaft mit den Steinskulpturen so sensationell, die Figuren müssen gedeutet und fotografiert werden natürlich. Es wurde immer wärmer und sonniger, über Mittag war es wie an einem Spätsommertag bei uns. So erreichten wir den Echo Canyon wieder und fuhren ein paar Kilometer weiter zum Sugarloaf Berg, dem  mit 2238 m höchsten Berg  im Park. Der Wanderweg hinauf war ambitioniert für uns, teils ging es rechts steil hinunter, aber ich wollte unbedingt die Aussicht von dort oben geniessen. Der Weg wurde ebenfalls in den 30er Jahren angelegt, um eine Feuerstation dort oben einzurichten. Diese steht noch oben auf dem Berg, ein winziges Häuschen, ringsum Fenster mit einem Feldbett, einem Tisch und Stuhl, ein Regal mit abgegriffenen Büchern und Ordnern, einem Spülbecken mit einer Wasserpumpe, etwas abseits das "Outhouse". Wir waren ganz allein da oben, hatten die erhoffte Aussicht und waren ganz ergriffen von so viel Schönheit. Es war so warm in der Sonne, der Blick ging so weit über die Ebene zu den etwa 70 km entfernten Dragoon Mountains im Osten. Das trockene Grasland leuchtete golden im Spätnachmittagslicht (Fields of Gold, gell Johannes), wir konnten uns kaum von dem Anblick lösen und wieder hinabsteigen. Doch unser nächstes Motel wartete, in Willcox an der Interstate 10. Ich erwartete ein tristes Kaff an der Autobahn, doch es ist ein richtig netter Ort, der 1880 mit dem Eisenbahnbau gegründet wurde. Wir waren in einem Café und unterhielten uns mit der Besitzerin, die Interstate "kills us" war ihr Urteil.. Da keiner mehr durch den Ort kommt und sich die üblichen Fast-Food Restaurants an der Interstate angesiedelt haben. Und richtig, auf den zweiten Blick sahen wir, daß fast jedes zweite Haus ein Schild "For sale" im Fenster hat...

                                                                          Blue Arizona Jay

                                                                       Fire-Station auf dem Sugarloaf

weites,weites Land

 

21November
2016

Dreamcatcher Bed & Breakfast

 Wir sind im Niemandsland, welches sich so ungefähr 20 km südlich des Chiricahua National-Monuments und ca 70 km nördlich von Douglas. Ein Ehepaar betreibt ein Bed & Breakfast, erbaut im Adobe-Stil, alles wirklich wunderschön, wenn nicht der nur durch einen Paravant abgetrennte Restroom wäre...das ist mir nach 40 Jahren Ehe immer noch zuviel Nähe! Wir werden es druchstehen, genauso wie wir heute den Sturm, die Kälte und den Regen durchstehen mußten. Jawohl, wir sind im Chiricahua Park mal wieder Rad gefahren. Mit dem Auto zur Faraway-Ranch, die um 1880 eine der ersten in Süd-Arizona war, von dort sind wir auf den 2084 m hohen Aussichts- und Wanderpunkt Massai Point geradelt. Dort oben hat man einen wunderbaren Rundumblick und auch auf das "Wonderland of Rocks" , die Steinformationen erinnern an die Terrakotta Armee in Xiang, oder an aufrecht stehende Massai - Krieger. Wir hätten das alles gerne noch länger genossen, wenn es nicht so schrecklich kalt, wir nicht so naß und der Sturm nicht ganz so heftig gewesen wäre. Unser Glück war ein Aussichtshäuschen mit Fenstern und Türe, darin standen wir schnatternd (also ich) und warteten den Regen ab. Zum Glück hatte ich Wechselklamotten dabei und meine Regenhose, Karl friert ja nicht. Die Abfahrt war alles andere als toll, obwohl die Steinformationen die Phantasie beflügeln. Unten angelangt, gingen wir ins geheizte Visitor-Center, um ein bißchen aufzutauen. So schafften wir die letzten Kilomter zum Auto, luden die Räder ein und drehten die Heizung auf!! Es ist eben Ende November und wir sind immer noch 1400m hoch. Heute Nacht soll es 0° haben, morgen dann aber wieder bis zu 20°. So werden wir den Berg morgen nochmals in Angriff nehmen und dann auch wandern.

                                                                                Baumwollfeld

                                                                                Käpitän-Fels

Massai-Formation

Wir sind vom Abendessen zurück, es gab ein richtiges Menu, sehr, sehr lecker. Bei einem Glas Wein haben wir noch ein wenig mit den Besitzern geplaudert, es war ein sehr netter Abend.

20November
2016

Douglas

Das Internet ist in dem Hightech-Land USA manchmal einfach lausig und Tombstone ist Wilder Westen, nach wie vor. Einige Male dachte ich bei einem Pistole tragenden Cowboy, hoffentlich sind's nur Platzpatronen. Ja, also Tombstone, schon ein Ereignis durch diese Straßen zu schlendern. Der Ort lockt Touristen an, auch solche, die sich das Recht mit der Waffe zurückwünschen, das trübt die unbefangene Freude am Wilden Westen bei mir doch ziemlich. Tombstone besteht aus 2 je 800m langen Straßenzügen, an denen sich Souvenir -, Westernkleidung- und sonstige Läden aneinander reihen. Dazwischen fahren Kutschen, die eine Stadtrundfahrt anbieten, Wyatt Earp und seine Brüder, Cowboys, Mountain Men und ein paar elegante Damen mischen sich ins Stadtbild. In den wirklich alten und sehenswerten Saloons bedienen ebenfalls Cowboys und Mädels in engem Mieder und Rüschenunterhosen. Kurios und unterhaltsam. Wir haben uns natürlich die legendäre Schießerei , die 3 x täglich nachgespielt wird, nicht entgehen lassen. Man muß es gesehen haben, obwohl es schrecklich laut ist! Das Museum im Courthouse haben wir selbstverständlich auch besucht und so langsam schwirrte mir der Kopf vor lauter Wyatt Earp und seine Gesellen, so ganz der "Gute" war er eben auch nicht. Interssant war die Geschichte von "Big Nose Kate" , der Freundin Doc Hollidays, eine der ersten Prostituierten in Tombstone, nachdem sie vorher schon in anderen Minenstädten gearbeitet hatte. Sie ist als 16jährige mit ihren Eltern aus Ungarn eingewandert und war trotz dieses Lebenswandels fast 90 Jahre alt, als sie 1940 starb. Auch das Birdcage Theater besichtigten wir, ein Saloon mit Spielhalle und "Etablissement", später traten dann sogar Enrico Caruso und Sarah Bernardt darin auf. Das Theater ist seit den 50er Jahren geschlossen und zu dem Zeitpunkt muß auch das letzte Mal Staub gewischt worden sein! In den Vitrinen und Ausstellungsflächen ist kaum etwas zu erahnen, handgeschriebene verblaßte Zettel geben kaum mehr lesbare Erläuterungen. Und trotzdem, dem Charme kann man sich nicht entziehen! Es ist schon etwas Besonderes an so einem Ort gewesen zu sein und alles "live" zu sehen. Abends sind wir noch zum Boothill Cementary, Boothill deshalb, weil die meisten in ihren Stiefeln starben, da sie  entweder erschossen wurden oder bei einem Minenunglück ums Leben kamen. Der Friedhof zeugt von einer sehr rauhen, harten und schweren Zeit. In schönem Sonnenuntergang schlenderten wir wieder in den Ort zurück. Hoffentlich erhält sich der Mythos noch recht lange, es stehen doch auch einige Läden leer und unser Motel war nur mäßig belegt, das dazugehörige Restaurant hatte bereits ganz zu. Tombstone liegt einfach weit weg von den klassischen USA-Zielen.

Heute morgen ging es weiter in Richtung Süden, über Bisbee nach Douglas, direkt an der mexikanischen Grenze. Auch Bisbee war eine Minenstadt, allerdings fand man Kupfer und das auch in großen Mengen, so daß erst 1975 die letzte Mine schloß und umgegrabene Landschaft hinterließ. Bisbee liegt in einem tief eingeschnittenen Tal und preist seine vielen Treppen, die zu den steil am Hang liegenden Häuser führen. Im Frühjahr findet ein 1000 Stufen - Rennen statt, kommt euch das bekannt vor?! Bisbee ist eine richtig nette Kleinstadt, in der noch ein paar Menschen leben, mit Geschäften, Cafés, Galerien, der Ort hat Flair. Wir erkundeten ihn kreuz und quer. Ein sehr tüchtiges Tourismusbüro hatte Stadtpläne und Streckenvorschläge parat und damit ausgestattet, liefen wir die steilen Sträßchen hinauf und hinab.Die Minentour haben wir ausgelassen, da die "Unterwelt" nicht so die unsere ist! Durch die"high desert", die ganze Gegend liegt so auf 1400 - 1600m Höhe, ging es hügelig weiter und dann öffnen sich wieder riesige ganz flache Täler. So erreichten wir Douglas, wir haben ein Zimmer im Gadsden Grand Hotel, mit einer sensationellen Lobby, Treppenaufgang aus italiensichem Marmor, Glasfenstern von Tiffany und - uns beiden als einzige Gäste!! Der Charme hat sich erhalten, das Zimmer ist modern, die Fenster sind allerdings mit Plastikfolie verhängt, da sie überhaupt nicht mehr dicht sind. Es ist ganz merkwürdig hier, hoffentlich spukt es nicht! Douglas ist ebenso merkwürdig, hier war eine Kupferschmelze, die ebenfalls in den 70er Jahren schloß, doch leider hat hier Wyatt Earp keinen erschossen und liegt es nicht so malerisch wie Bisbee. Ich habe den Eindruck, wer kann zieht weg. Vieles steht leer und / oder bröselt vor sich hin. Direkt an der mexikanischen Grenze, wir hätten zu Fuß hinübergehen können, haben es die Geschäfte auf der amerikanischen Seite auch schwer, den Preisen etwas entgegenzusetzen. Auch hier sind wir noch kreuz und quer spaziert, es hinterlässt einen morbiden Eindruck. Aber an der Hauptstraße blinkt eine wunderschön bunte Weihnachstbeleuchtung heute Abend! Bei den sommerlichen Temperaturen stellt sich noch gar keine Weihnachsstimmung bei mir ein....

Tombstone

Bisbee

 

das Gadsdan Grand-Hotel

Douglas -  bewohnt und unbewohnt

18November
2016

Tombstone

Der Wilde Westen lebt! Zumindest in Tombstone, diesem legendären Ort in dem es zwischen Wyatt Earp, Doc Holiday,Virgil Earp und Banditen am OK. Corral am 26.Oktober 1881 zur Schießerei kam . 30 Schüsse in 30 Sekunden und 3 Tote waren zu beklagen. Ich bin begeistert  in dieser Stadt zu sein. Noch haben wir nichts besichtigt, wir kamen erst spät hier an. Zunächst fuhren wir mit dem Auto einige Kilometer, bis wir unterwegs ein Schild sahen "Historic Empire Ranch", wir luden die Räder aus und fuhren dorthin. Eine Ranch, die ihren Ursprung im Jahr 1872 hat und bis 1975 betrieben wurde. Sie wurde immer wieder umgebaut und angebaut, um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden. Heute kann man einfach so, durch die teilweise noch möblierte  Ranch von Zimmer zu Zimmer schlendern und sich alles ganz genau ansehen! Einfach herrlich! Die Cowboy-Küche und Unterkünfte, der Master-Bedroom mit angrenzendem Badezimmer aus der Jahrhundertwende, die Ställe, einfach alles. 15000 Rinder, 100 Pferde nannte Mr.Vail in der Hochzeit der Ranch sein eigen, auf alten Photos alles festgehalten. Auch John Wayne und andere ritten hier in manchem Western über die Ranch. Im Wohnzimmer steht ein großes Glas, in welches man seine "donation" wirft, ansonsten ist auf dem ganzen Gelände niemand. Wir radelten noch ein wenig durch die Hoch-Wüste Sonora, in der schon weniger Kakteen, dafür umso mehr Büsche wachsen und viel Gras ringsum, das aber im wahrsten Sinne des Wortes strohtrocken ist. Es war wieder ein warmer und sonniger Tag.

Zurück zum Auto und weiter in Richtung Tombstone, zuvor kam noch die Herausforderung zu tanken! Hier geht man zuerst zur Kasse, sagt welche Zapfsäule und wieviel Benzin man braucht. Da wir nicht so genau wissen, wieviel in den Tank paßt hinterlegten wir 60$ als Pfand. Tatsächlich waren es nur 45 $, ein Gallone , ca 3 Liter, kosten 2$10. Die Pickups brauchen aber auch so 25 - 30 Liter auf 100 km, das nenne ich Benzinschleuder! Weiter rollten wir durch das hügelige Grasland und kamen an Fairbanks, einer ghost town am San Pedro River vorbei. Die Stadt hat sich wirklich fast "aufgelöst", nur wenige Gebäude und ein fast zugewucherter Friedhof sind noch zu sehen, In der Abensonne war das ein wunderschöner Spaziergang und der Blick auf die Berge war umwerfend. So erreichten wir Tombstone. Es ist schon beeindruckend, all die Orte, Landschaften und Drehorte, die man aus Filmen kennt, so richtig zu sehen. Morgen werden wir auf jeden Fall noch in Tombstone bleiben und dem Wilden Westen frönen. Heute Abend waren wir schon in Big Nose Kates Saloon, um 1880 hatte Tombstone 15 000 Einwohner und 100 Saloons. Der Saloon ist tatsächlich aus der Zeit und Wyatt Earp, Virgil Earp, sowie Doc Holiday und viele anderen Westerngrößen verkehrten dort. Alles auch in Lucky Luke Heft 71 "OK Corral" nachzulesen! Das wäre was für den Lone Rancher und seinen Gaul....

Empire Ranch, das wäre was für den Biber und Katharina gewesen....

Fairbanks

Vielen Dank für deine Infos Mathias! Drücken wir die Daumen für morgen, gehst du mit nach Berlin?

17November
2016

Green Valley

Das Arizona Sonora Desert Museum ist eigentlich ein Park! Ein Park , der ungefähr 20 km westlich von Tucson mitten in der Wüste liegt. Auf verschlungenen und verwirrenden Pfaden wandert man über 4 km durch Kakteenland, aber auch durch eine Art Zoo, in der die heimischen Tiere zu sehen sind. Wir machten eine Führung durch das Kakteengebiet mit. Was mich am meisten faszinert hat, ist, daß die großen Saguaro-Kakteen im Alter von 60 erst Arme bekommen, es gibt welche , deren Alter man auf 200 Jahre schätzt. In den ersten 5 Jahren wachsen sie 4 cm und sind das Futter für viele Nager. Gut aufgepaßt, gell? Es ist wirklich interessant welche Überlebensstrategie sich Pflanzen und Tiere einfallen lassen, um in dieser unwirtlichen Gegend zu überleben. Des weiteren ist eine große Reptilienausstellung, in der geduldige Volunteers ebenso geduldige Schlagen um den Arm wickeln, die man anfassen darf. Da auch der Golf von Kalifornien zu dem Wüstengebiet gehört, sind Biber (Bibi !!), Otter und zahlreiche Fische zu betrachten. Der Mountain Lion hat jegliche Zusammenarbeit verweigert, wie die Dame erklärte, er hat eine Felsennische, die im Sommer mit Aircondition gekühlt und im Winter beheizt wird, er hat sich aber eine Nische ausgesucht, wo höchstens eine Pfote und sein Schwanz zu sehen sind. Wie überhaupt, die Tiere sehr artgerecht gehalten werden,alle haben Rückzugsgebiete und sind dann eben nicht zu sehen oder nur ein bißchen . In Großvolieren schwirren Kolibris und andere heimische Vögel. Mittags war eine Vorführung einiger Tiere. Wie ein Skunk, ein Papagei, ein Stachellschwein und ein sehr seltener Gecko denn leben und welche Lebensräume sie benötigen. Wie überhaupt alle Tiere, die dort zu sehen sind, verletzt oder verlassen aufgefunden wurden und nun im Museum so wild wie möglich leben. Nachmittags besuchten wir noch eine Raubvogel-show , ebenfalls mit Belehrungen, wie diese Vögel leben und wie man sie in freier Wildbahn erhalten kann. Wie ihr seht, ein sehr unterhaltsamer und lehrreicher Tag! Das Wetter war auch sehr gut, sonnig, aber nicht zu heiß, nur noch 20°, ideal zum besichtigen. Nach soviel Flora und Fauna war uns nach noch mehr Kultur und wir besichtigten die San Xavier Mission aus dem Jahre 1752, für hiesige Verhältnisse uralt. Wirklich malerisch liegt die Missionskirche so weiß in einem grünen Tal, auch innen ist sie sehr schön bemalt. 

Mit dem Auto ist man schon ganz schön schnell und so fuhren wir noch 30 km weiter nach Green Valley. Zu unserer großen Überraschung sind die Angaben wieder in Kilometer. Green Valley wirbt mit "great for retirement", also ideal für Rentner. (Wäre das was für Lone Rancher?). Wie alt die Rentner hier sind, davon konnten wir uns heute Abend im Restaurant überzeugen, als selbst wir den Altersdurchschnitt senkten und vor allem überzeugte uns das Blutdruckmessgerät am Eingang!!! Vermutlich kann sich der Senior von seiner Fahrtauglichkeit überzeugen. Mich würde wirklich interessieren, wer im Sommer noch hier wohnt, alle, die wir bisher getroffen haben "moven" im Winter aus dem Norden hierher. So war Tuscon vor der Erfindung der Klimaanlage ein Dorf und erst seit den 60er Jahren boomt die Stadt. Im Großraum leben ungefähr 2 Millionen Menschen, dazu trägt auch eine große Universität bei.

PS : Wie ich soeben bei google nachgesehen habe, liegt der Altersdurchschnitt in Green Valley bei 72!

 

Arizona Sonora Desert Museum

San Xavier Mission

16November
2016

Tucson - Mount Lemmon

Bei leicht bewölktem Himmel, aber wieder mindestens 25° sind wir heute erst mit Auto, dann ein Stück mit dem Rad den Mount Lemmon hochgefahren. Zugegebenermaßen sind wir nur 14 km den Berg hoch gefahren, das genügte uns dann aber auch. Immerhin ist er 28oom hoch! Oben liegt ein Skigebiet, doch ich nehme an, daß nicht allzu lange Schnee liegt. Es wurde jedenfalls recht frisch oben und sehr windig. Die Strecke war aber sowohl mit dem Auto, wie mit dem Rad spektakuär. Man startet in der Wüste mit all den Kakteen und nach und nach kommen Kiefern, Aspen und Ponderosa Pinie. Die Laubbäume verfärben sich gerade erst, ein Hauch von Indian summer also. Oben fuhren wir durch das noch kokelnde Waldbrandgebiet, zu unserem Erstaunen war nichts abgesperrt. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und zahlreiche Radfahrer versuchen sich an den insgesamt 27 mi. In den USA gilt sie als die längste - geteerte - Bergstrecke. Ist auch die Trainingsstrecke für manchen Tour de France Radler. Bergab sind einige so schnell an uns vorbeigerast, daß das Profis sein müssen...Auf der ganzen Strecke kommen Parkbuchten und Aussichtsplätze, die wir fast alle angefahren und abspaziert sind.

                                                                     Blick ins San Pedro Valley, nach Osten

Blich In Richtung Tuscon, nach Westen

 

15November
2016

Catalina Foothill - Sabino Canyon

Heute morgen radelten wir wieder bei strahlendem Sonnenschein und lauen 23°C , die sich mittags wieder auf mindestens 27° erwärmten, los. Unser heutiges Ziel der Sabino Canyon, ebenfalls in den Catalina Mountains. Wir bleiben noch eine 2. Nacht in dem Hotel und liessen das Auto stehen. Nach nur 9 km waren wir bereits am visitor center, mit dem Rad durfte man nicht durchfahren, doch ein shuttle Wagen, fährt stündlich bis zum Ende des Canyons. Wir liessen uns also bis zum Ende fahren, schon das eine super schöne Strecke. Ein sehr schmales Sträßchen zieht sich am Canyon entlang und überquert dabei noch schmalere Brücken. Am Ende beginnen diverse Wanderwege, wir entschieden uns für den Telephon line Trail. Ein Weg der sich in die Höhe windet und dann weit über dem Canyon Boden , aber auch weit unterhalb der Felswände entlang geht. Da wir beide nicht gerade Helden, was "an Abgründen auf schmalen Wegen wandern" angeht, war es eine Herausforderung für uns. Wenn auch nur ca 8 km lang, kamen wir nur langsam voran. Die Aussicht war einfach auch zu schön, außerdem muß man sich sehr darauf konzentrieren, wohin man seinen Fuß setzt! Wir waren ungefähr 3 1/2 Stunden - mit Vesperpause - unterwegs, bis wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten. Wir warteten auf den shuttle-Wagen und fuhren bis zum visitor center wieder mit. Eigentlich wollten wir noch eine Runde mit dem Wagen mitfahren, hatten das aber irgendwie falsch verstanden und hätten nicht bis ganz nach unten mitfahren dürfen, schade. Nun sind wir mit den Rädern wieder zurück zum Hotel und uns überlegten, was wir bei der Hitze tun sollen. Unvorstellbar, gell?! Wir entschieden uns jedenfalls für die Eisdiele, die wunderbar heruntergekühlt war und so von außen und innen gekühlt ging es uns wieder besser. In Tuscon und Umgebung gibt es noch Einiges zu besichtigen , so bleiben wir noch zwei weitere Tage hier.

Heute Abend waren wir in einem Supermarkt, um Wasser zu kaufen, dabei kamen wir durch die Weihnachtsabteilung, ach, hatte es schöne Sachen - ein ca 1 m großer Eisbär, der Jingle Bells singt, wenn man ihm die Hand drückt, ein Schneemann der blinkt, Schlitten, Weihnachtsbäume, alles blinkt, glitzert, leuchtet...wie schade , adß wir nichts mitnehmen können....

Have a nice day, folks.

 

ganz am Ende lief uns noch ein Roadrunner über den Weg

PS: Mathias, ich hoffe es geht dir gut?! Wo bleiben die Sportinfos? Wo bleiben die Kommentare?

PS: Lone Rancher, deine Kommentare sorgen immer für große Erheiterung.

PS: Wie wir uns überhaupt immer über Kommentare freuen, gell Bibi, Katharina und Bub

14November
2016

Catalina Foothills bei Tuscon

Das Wetter ist einfach ein Traum, nachts kühlt es ab, aber kaum ist die Sonne hinter den Bergen aufgegangen, wird es warm. T-Shirt und kurze Hosen sind die Standard Kleidung und warm genug. Novemberwetter kann ich mir gerade gar nicht vorstellen, aber vielen Dank für die Kommentare mit den "Warnungen". Auch hier laufen Weihnachtsvorbereitungen , aber irgendwie so unwirklich bei den Temperaturen, 27° C hatte es heute mindestens. Heute morgen sind wir vom Hotel aus in den Gold Canyon geradelt, vom Parkplatz aus startet ein Wanderweg zu indianischen Hieroghlyphen , eigentlich Petroglyphen, sie sind auf Stein aufgetragen. Dazu mußten wir ca 4 km bergauf stapfen. Es ging durch einen richtigen Saguaro-Wald, das sind die großen Kakteen, die in fast jedem Western zu sehen sind, z.B. "Das war der Wilde Westen" John Ford oder Clint Eastwood in "Der Mann, der niemals aufgibt". Wirklich ein toller  Anblick, im Hintergrund die roten Felsen und auf den Hügeln, Kakteen in allen Grüntönen. Von oben hatten wir eine wunderschöne Sicht auf die Ebene, in der Phoenix liegt. Die Hieroglyphen sind ebenfalls sehenswert, leider sind sie völlig ungeschützt und ich habe den Verdacht, daß manche Zeichnung deutlich jünger ist. Egal, die Wanderung war schon sehr schön. Zurück zum Fahrrad und dann mit dem Auto weiter in Richtung Süden. Die Landschaft änderte sich kaum, die Kakteen wachsen überall. Ein paar Kupferminen scheinen noch in Betrieb zu sein, wir fuhren an einem riesigen Tagebauabbruch  entlang. Die drei kleinen Ortschaften, die entlang der Mine entstanden sind, machen einen trostlosden Eindruck. Viele Gebäude sind verlassen, eine Tankstelle bildet den Dorfmittelpunkt und ist gleichzeitig der einzige Laden. So richtig zu rentieren scheint sich das Minengeschäft nicht mehr. Den ganzen Tag sahen wir Rauch hinter einem Berg aufsteigen, heute Abend haben wir gelesen, daß ein Waldbrand entstanden war. Trocken genug ist es hier, doch daß Kakteen auch brennen können, war mir neu.

Morgen werden wir den Sabino Canyon erkunden, auch dahin geht ein Radweg und dann kann man wandern.   

 

                                                                    könnt ihr den "balanced rock" erkennen?

13November
2016

Gold Canyon

Wie soll ich das formulieren? Nachdem wir gestern in Payson losgeradelten, führte uns die Strecke ruckzuck auf eine vierspurige Straße ohne Seitenstreifen und viel Verkehr. Nach 10 km hatten wir das so satt, daß wir an einer Ausweichstelle rechts ran fuhren und überlegten, wie wir weiterfahren können. Nach 5 Minuten abwägen in alle Richtungen, stellten wir fest, es gibt keine Alternativ-Route. Was tun? Wir beschlossen unser Glück mal wieder mit Trampen zu versuchen. Kaum standen wir da, hielt bereits der 3. Wagen, ein Pick-up. Patrick fuhr nach Phoenix und dann haben wir alle Pläne über Bord geworfen und sind mit ihm direkt nach Phoenix gefahren. Irgendwie ist bei uns die Luft raus, wir sind zu schnell geradelt und kreisen nun schon eine Weile um Phoenix herum. Wir dachten sogar daran früher zurückzufliegen, davon hält uns aber das Sommerwetter ab. Vom Verkehr haben wir die Nase voll, das Problem ist , daß es in der Wüstengegend nur sehr wenige Straßen gibt und ein Ausweichen auf ruhigere, unmöglich macht. Da kam uns die Idee uns mit einem Auto in den Verkehr einzureihen. Heute morgen haben wir nun ein Riesenauto gemietet, in dem die Räder sehr gut Platz haben. Karl hat sich in die Geheimnisse eines Automatikwagens einweisen lassen und schon ging's los. Wir machen jetzt noch 2 Wochen Urlaub! Heute sind wir schon mal zu der Ghost Town Goldfield gefahren. Sie wurde um 1880 gegründet und ist inzwischen eine Touristenattraktion. Mit Saloon, Bordello (nur zu besichtigen), Souvenir - shops und Kunsthandwerk, Gefängnis, einer Mine und einem Zug , der eine große Runde, um Goldfield fährt. Dannach fuhren wir weiter nach Gold Canyon und sind dort in einem Hotel mit swimming pool, in welchem wir bis fast zum Sonnenuntergang badeten, was so gegen halb sechs ist. Der erste Urlaubstag war schon sehr schön! Aber keine Angst, wir fahren auch weiterhin Rad, eben so wie die Amerikaner auch, mit dem Auto zum Trailhead, dann radfahren und mit dem Auto zurück. So wird übrigens auch geritten. Sonntags kommt das Pferd in den Anhänger, man fährt zu einem Reitweg, reitet ein bißchen, dann kommt das Pferd wieder in den Anhänger und zurück in den Stall. Da hier alles eingzäunt oder "private" ist, sind die Möglichkeiten sich in der Natur zu bewegen auf Parks oder National Forest  beschränkt. Einfach so durch den Wald und über Wiesen zu spazieren, ist hier unmöglich. 

Goldfield

relaxen am pool!!

11November
2016

Payson

Irgendwie fällt es schwer einfach so zur Tagesordnung überzugehen, der Tod von Leonard Cohen hat uns schwer getroffen. Da war es gerade recht, daß es heute so anstrengend war, man radelt in Gedanken versunken den Berg hinauf und spürt die Steigungen nicht allzusehr. Stimmt nur beinahe, 93 km und 1800 Höhenmeter, spürt man dann schon...

Wieder ein sonniger und warmer Tag, die Temperaturen sind für hier auch ungewöhnlich, nachts hat es zwar 4° aber tagsüber steigt das Thermometer auf über 20°. Von Camp Verde in Richtung Südosten über den Mogollon Rim auf 2100 m . Wir hatten eine wunderschöne Aussicht auf das Verde Valley, nach Jerome und zum Colorado Plateau, auf der Höhe kamen die Ponderosa Kiefern, unendliche bewaldete Hügel - wie im Schwarzwald nur in größer. Payson liegt nur noch 1500 m hoch, wir hatten zwischendrin eine schöne Abfahrt, vor Payson stieg es allerdings nochmal 300 Höhenmeter, da spürt man jeden Beinmuskel!  Ich wage es kaum zu sagen, gestern Abend bemerkten wir, daß wir genau die Strecke in umgekehrter Richtung letztes Jahr geradelt sind. Erstaunlicherweise sind im Autoland USA im Südwesten nicht allzuviele Straßen, die nach Süden führen. Durch Phoenix , eine 2 Millionenstadt wollen wir (noch) nicht, von dort fliegen wir ja zurück. Westlich von Phoenix geht es geradewegs in die Wüste mit wenigen Orten und so bleibt die Ostseite nach Tuscon. Die Straße war gut und der Verkehr überschaubar, kam doch erst nach ca 60 km Strawberry (900 Einwohner) und nach weiteren 8 km Pine (2000 Einwohner), Warum nach Pine der Verkehr geradewegs explodierte, ist uns ein Rätsel. Daß uns ein Autofahrer anbrüllte,einer den Mittelfinger zeigte, einer hupend und knapp an uns vorbeifuhr, paßt zu dem Tag...Ob ihrs glaubt oder nicht, die Stimmung hat sich seid Trump schon geändert, soeben las ich in der Zeitung "US Today" , daß "Racism rise", also Rassismus sich schon ausbreitet. 

 

unser Motel in Camp Verde

das ist doch mal ein super Rastplatz!

10November
2016

Camp Verde

Clarence (83) interssierte sich für uns und wir durften ein Photo von ihm machen,worüber er sich sichtlich freute.  Er war Maler und Rodeo-Reiter, sein Großvater war einer der 5 ersten Siedler in Sedona und kam mit dem Chuckwagon aus Texas. Clarence stieg anschließend in seinen rot-weiß-blau gestrichenen und mit amerikanischen Flaggen geschmückten 40 Jahre alten Dodge und  zuckelte davon

Montezuma Well - Quelle der Sinagua Indianer

            

Montezuma castle              Pueblo an der Quelle

Wieder liegt ein strahlend schöner, sonniger, warmer Tag hinter uns. Viele Kilometer haben wir zwar nicht zurückgelegt heute - knapp 60 km - dafür gab es Kultur! Zunächst radelten wir zu "Montezumas Well", das ist nicht Montezumas Quelle, sondern die der Sinagua, Apache und Hopi Indianer, die zwischen 700 und 1000  hier lebten. Montezma nannten es die Spanier, als sie um 1550  das nun unbewohnte Gebiet durchquerten, da es sie an die Azteken erinnerte. Die Quelle sprudelt in einen riesigen Quelltopf und fließt unterirdisch in den Beaver Creek. Das ganze Gebiet ist unglaublich schön, tiefblaues Wasser umgeben von hellem Travertingestein. In den natürlichen Höhlen bauten die Ureinwohner ihre Häuser und Vorratsräume, erreichbar über lange Leitern oder schwindelfreies Klettern. In der ganzen trockenen Wüste ringsum wirklich eine Oase.

Weiter ging's zum Montezuma Castle, Luftlinie etwa 7 km, tatsächlich mußten wir über die Interstate 17 und kamen auf fast 20 km. Egal, Montezuma und castle ist beides irreführend. Es handelt sich um Höhlenwohnungen, die in 5 Stockwerken übereinander hoch über dem Boden in den Berg gebaut wurden. Aufmerksame Leser werden feststellen, daß wir die Anlage letztes Jahr schon besucht haben. Aber es liegt einfach so idyllisch - außerdem war der Eintritt schon beim gestrigen Pueblo Tuzigoot dabei und dann geht der Schwabe mit uns durch!!!  Am Spätnachmittag erreichten wir Camp Verde, eine wirklich nette kleine Stadt, die sich redlich bemüht mit einer Main Street gesäumt von Häusern im Western - oder Adobestil.  Gegründet als Fort 1865, um die ankommenden Siedler und Minenarbeiter, die mit ihrem Wasser- und Landverbrauch den Indianern die Lebensgrundlage entzogen, vor Angriffen der Ureinwohner zu schützen. Hat ja prima geklappt, die Indianer betreiben hier jetzt ein großes Casino und ziehen den Nachkommen der Siedler, das Geld wieder aus der Tasche! Späte Rache....

09November
2016

Cottonwood

Hi Guys, na habt ihr den Schock verdaut? Wir wurden hier auch auf den Wahlausgang angesprochen, doch was soll man dazu sagen? Wie verhaßt Hillary ist, wurde uns auch erst klar.

Na denn, wir sind in den übllichen kühlen Morgen geradelt, nach 9 Uhr scheint die Sonne schon so kräftig, daß es richtig warm wird. Auch der Berg hat zur Erwärmung beigetragen. Auf einer schmalen Straße, der 89A  stiegen wir in vielen Kurven auf 7023 feet hinauf, ungefähr 2100 m, auf den Mingus Mountain. Es ging durch einen richtigen Wald mit Ponderosa Pine und Kiefernarten. Oben angekommen bliess ein sehr kalter Wind, so naßgeschwitzt war er unangenehm kalt. Ich zog meine Jacke wieder an und bergab ging's. Doch dann hielten wir fast in jeder Kurve, der Ausblick raubte uns fast den Atem. Eine Phrase, aber zutreffend wie selten. Wir überblickten das Valle Verde Tal mit den roten Felsen (Red Rocks) im Osten, sahen auf das Colorado Plateau, das sich ebenfalls 2000m aus der Ebene erhebt. Über diese Ebene kommt man zum Grand Canyon , um dann in diesen Abgrund  zu sehen. Was das tollste Erlebnis überhaupt ist, unvergesslich. Doch auch diese Abfahrt entlockte uns "Oohs" und "Aahs" , da sich mit jeder Kurve die Blickrichtung änderte. Ganz bestimmt eine der schönsten Strecken, die wir je geradelt sind. Nach etwa 8 km erreichten wir die ehemalige Minenstadt Jerome. Um 1925 lebten 15 000 Menschen dort, nach dem Ende des Kupferabbaus in den 50er Jahren noch 50 heute sind es 500. In zahlreichen Cafés, Restaurants, Galerien und sonstigen Läden kann man als  Tourist in luftiger Höhe und bei grandioser Aussicht die Zeit verbringen. Es hat uns sehr an Bergdörfer in Griechenland erinnert. Die Häuser kleben förmlich am Fels ,schmale Sträßchen durchziehen den Ort und eine große Kirche thront über allem. Jerome liegt wieder auf nur 1500m und es war deutlich wärmer. Natürlich machten wir Halt und sahen uns die bewohnten und unbewohnten Häuser, Saloons und ehemaligen Hotels an, wovon wohl 12 Bordelle waren, eine der Betreiberinnen galt bei ihrer Ermordung 1905 als reichste Frau von ganz Arizona! Wie ihr seht, spannende Geschichten gab es dazu. Nach der Pause mit ausgezeichneten Sandwichs, ging es weiter bergab. Die beeindruckende Aussicht blieb uns erhalten, um sie geniessen zu können, radelten wir mit vielen Stopps. Wir beschlossen  nicht viel weiter zu radeln, sondern noch eine ehemalige Indiandersiedlung zu besichtigen. Tuzigoot liegt auf einem Hügel im Verde Tal und ist eine wiederaufgebaute Pueblo-Siedlung. Wirklich malerisch liegen die Ruinen da, auch wie in Griechenland. Viel Spaß hatten wir mit fünf Kindern, die mit ihrer Mutter unterwegs waren und Junior Ranger werden wollten. Dazu bekommen die Kinder ein Heft an der Kasse und müssen einige Fragen beantworten, die nur durch aufmerksames Wandern durch das Gelände und die Ausstellung gelöst werden können. Anschließend gibt es ein - fast- goldenes Abzeichen und man darf kurz einen Rangerhut aufsetzen! Wir radelten die letzten Kilometer in der Abensonne und im Abendverkehr nach Cottonwood. Hier sind wir nur noch etwas über 1000m hoch. Als wir heute Abend zum Mexikaner essen gingen, prangte ein "Happy Christmas" an der Tür und drinnen stand ein wunderschöner Weihnachtsbaum in den mexikanischen Farben mit roten, grünen und silbernen Glaskugeln dekoriert. Mir wurde ganz warm ums Herz!!

Noch eine kleine kuriose Geschichte, die ich gestern vergaß zu erwähnen. Prescott hat ein Antiquariat und wir konnten nicht daran vorbeigehen. Was finden wir in der Abteilung "Foreign Languages" ein Buch "Geschichte von Vaihingen auf den Fildern" von 1936. Kurz waren wir geneigt es zu kaufen, wir verwarfen den Gedanken aber wieder. Es wäre interessant zu erfahren, wie es nach Prescott kam.

Unser Hotel in Prescott

Mugain Mountain                                             Jerome

Blick Richtung Colorado Plateau und Verde Valley

Jerome

Der neue Junior Ranger!

08November
2016

Prescott Tag 2

im Sharlott Hall Museum

 

Yavapai State Hall                                            Palace Saloon, der älteste - und der                                                                                       schönste - Saloon Arizonas in dem                                                                                      Wyatt Earp, Doc Holiday und Big Nose                                                                                 Kate ein und aus gingen

Wir hatten Ruhetag, fast Ruhetag, wir waren im Museum. Eine Art Freilichtmuseum, das bereits 1928 ins Leben gerufen wurde. Erstaunlich früh für diese Zeit, aber für USA sehr früh - Sharlot Hall , eine Frau aus Prescott hielt es für notwendig die Geschichte Arizonas in der Erinnerung zu behalten. Arizona ist als 48. Bundesstaat 1912 zu den USA gekommen. So stehen 8 Häuser und eine Ausstellungshalle zur Besichtigung zur Verfügung. Von der frühen Cabin, dem Holzhaus der ersten Siedler, bis zum Gouverneurshaus und eleganten Wohnhäusern von 1900 war alles dabei.In den Häusern warten (ältere) Volunteers auf Besucher , um ihr Wissen kundzutun. Die Geschichten hinter der Geschichte sind immer sehr kurzweilig und die Freiwilligen sind mit großer Freude und Elan dabei. So lernten wir wieder einmal Neues über die Geschichte der USA und speziell Arizonas. So war der halbe Tag schon ausgefüllt. 

Wir wollten eigentlich die State Hall noch besichtigen, aber wegen der Wahl durfte man heute nicht hinein. Überhaupt die Wahl, nachdem die ganzen Wochen das ein Randthema war, wurde sie in der letzten Woche doch noch zum Thema. Wobei wir einige fanatische Trump-Anhänger kennenlernten, die für ihn beten. Für viele ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera, Clinton Wähler hätten lieber Obama nochmals gewählt. Trump hat mit seiner unkonventionellen Art - um es mal vorsichtig zu formulieren - Politikverdrossene mobilisiert. Seine Wähler kommen aus allen Schichten und jeder liest etwas anders aus seinen Wahlversprechen. Durch die 6 Stunden Zeitunterschied von West nach Ost ist ein Ergebnis erst morgen früh zu erwarten, im Augenblick liegt Trump vorne.

Den Nachmittag haben wir mit einem Stadtbummel verbracht, war auch mal wieder schön und ich bedauerte ein wenig nichts mitnehmen zu können. Den restlichen Tag haben wir unsere Weiterreise geplant. Wir haben noch über 3 Wochen Zeit , sind aber schon sehr nahe an Phoenix. So radeln wir einfach im großen Bogen darum herum in Richtung Süden. Das Wetter ist stabil sonnig, so daß es nur morgens und abends kühl ist. Alles ist besser als wie auf dem Photo, das Regina heute morgen geschickt hat : der erste Schnee in Degerloch!! 

 

07November
2016

Prescott

Nach einer Fahrt durch die Prärie und den Kaibab National Forest sind wir in Prescott angekommen. Wieder war es warm und sonnig nach einem kühlen Morgen. Auf dem wenig befahrenen Highway 89 mit gutem shoulder, kamen wir gut voran, auch weil es nicht allzuviel zu besichtigen gab, Landschaft eben - aber die war grandios. Ihr wißt schon, der Blick in die Weite, über Hügel und Weideland. Der Kaibab Forest umspannt ein riesiges Waldgebiet, daß allerdings nicht wie unsere Wälder aussieht, sondern mehr wie "Baum auf trockener Wiese" wie Karl formulierte. Meist sind es Kiefernarten, die dort wachsen. 15 km vor Prescott liegt der Willow Lake, ein kleiner See nur, aber mit malerischen Felsen umgeben, ein Vogelparadies dazu. Leider kenne ich mich damit nicht allzu gut aus, erkannt habe ich Enten , Blesshühner und Fischreiher. Es war so warm in der Sonne, wie an einem Spätsommertag im August bei uns und wir konnten uns nur mit Mühe losreißen. In Prescott sind wir im historischen Hotel Vendome von 1917. Die Stadt wurde um1860 gegründet und war die erste Haupstadt Arizonas, inzwischen ist es Phoenix  .Uns gefällt es jedenfalls so gut ,daß wir spontan noch einen Tag verlängern. Morgen gehts mal wieder ins Museum und "sightseeing".

   

Lake Willow

 

Wir konnten nicht feststellen, wofür die Bühne aufgebaut wird, Wahlparty? So langsam sind alle froh, wenn die Wahlen vorrüber sind, viele hoffen auf Trump und erwarten, daß er frischen Wind ins Regierungsgeschäft bringt. Wir sind auch gespannt, wie die Wahl ausgeht.

Es  weihnachtet!!

06November
2016

Ash Fork

Bei 3° und Sonne , eingepackt in nahezu alle Jacken und Hosen, die ich dabei habe, starteten wir um kurz nach 8 Uhr. Die Ohrstöpsel haben nicht viel getaugt, ich froh,als die Nacht vorüber war. Zunächst ging es bergauf und es ist mir ein Rätsel, warum das Motel unten neben die Eisenbahn gebaut wurde und nicht auf der Höhe, weg vom Gehupe des Zugs und mit tollem Blick auf die Ausläufer des Grand Canyons. Die Strecke war nahezu frei von Verkehr und die Straße nicht ganz schlecht. So radelten wir dahin und nach 20 km waren wir bei den Grand Canyon Caverns angelangt. Als wir sahen, daß man mit einem Aufzug 210 m in die Höhle hinab muß, war unser Interesse erloschen....Sie heißt auch nur so und hat keinerlei Verbindung zum Grand Canyon. Es war jedenfalls bereits so warm in der Sonne, daß ich das meiste auszog und in kurzer Hose und kurzärmeligem T-Shirt weiterradeln konnte.Karl ist ja ein Mann und ist tapfer schon in seinem üblichen "Sommer-Rad- Outfit" gestartet. Wenn es am 6. November auf einer Höhe von 1500 bis 1800 m tagsüber 22° hat , zeigt das wie südlich wir hier sind. Arizona hat keine Sommerzeit, obwohl wir hier schon Mountain Time hätten, so daß es abends nicht noch früher dunkel wird, zur Zeit gegen17 Uhr30 und 18 Uhr. Hügelig ging es weiter durch endlose Weidegebiete mit einigen wenigen Kühen.  Eine Endlos-Straße war auch dabei, man sah ganze 27 km, das ist unser derzeitiger Rekord. Nach 60 km erreichten wir Seligman, auch ein legendärer Ort an der Route 66. Ein findiges Brüderpaar setzte sich in den 70er Jahren dafür ein, die Route 66 ins "Historic Landmark" Register aufzunehmen, um so ihr Burger-Restaurant und ihren Frisörsalon (und sich selbst) am Leben zu erhalten. Da nach dem Bau der  Interstate,  die Einnahmequelle des Ortes weggebrochen war. Der Plan ging ziemlich gut auf, aber wenn die Motorradfahrer nicht mehr kommen, wird auch Seligman vollends zur Geisterstadt. Heute ist Seligman absolut sehenswert, zwischen 50er Jahre Charme und " ich bin originell " . Wir trafen auf 2 Radfahrer aus Kanada, die in Chicago gestartet sind und die Route66  bis Los Angeles abradeln. André ist 79, das hat uns Hoffnung gemacht.Sie sind im Übrigen auch "creditcard-touring", wie uns Steve gestern erklärte, auch sie haben keine Lust mehr morgens aus dem kalten Zelt zu krabbeln. So reicht wenig Gepäck und die Kreditkarte - Luxus, ich weiß! Jedenfalls mußten wir noch weitere 40 km zurücklegen und hatten einen wunderschönen Blick auf den über 3700m hohen, schneebedeckten  San Francisco Mountain bei Flagstaff. Letztes Jahr haben wir in der Nähe übernachtet und ihn fast einen halben Tag umrundet, diese Tour ist mir tief im Gedächtnis - und im Herzen, so schön war sie.. 

Ash Fork hatte leider niemanden, der eine gute Idee zur Vermarktung hatte! Der Ort ist nahezu ausgestorben. Das Motel überlebt, da es neben einer Tankstelle unweit der Interstate steht. Von außen sieht es ganz nett aus, im Adobe Stil, innen ist es ok. Es scheint mehr für Arbeiter gedacht mit einer Küchenzeile und einer wilden Mischung an Mobiliar!

                                                                       es wird warm!!

Eisenbahn                                                     German Bratwurst in Seligman, leichter                                                                                  Radfahrer und Sportler Imbiss

Seligman Kunst                                             

Blick auf den San Francisco                                    Ash Fork

05November
2016

Peach Springs - Hualapai Indianerland

Die Route 66 führte uns durch viele verlassene Orte. Wer ein Faible für morniden Charme hat, ist hier genau richtig. Das Wetter ist immer noch sonnig und warm, obwohl Kingman 1000 m hoch liegt und Peach Springs um die 1400m. In den Alpen hätte man da wenig Freude beim radfahren, schätze ich.

Briefkästen sind immer ein Motiv!!

Impressionen aus Hackberry, den Ort gibt es praktisch nicht mehr, aber die ehemalige Tankstelle ist ein Treffpunkt. Es gibt Souvenirs, Kaffee, abgepackten Kuchen und viel zu sehen. Hackberry heißt übrigens Zürbelbaum und der gehört zu den Hanfgewächsen, habe ich noch nie gehört..

I

Samstags singt Bridget Songs aus den 60er und 70er Jahren, zu unserer und ihrer Freude haben wir ein ganze Weile zugehört und uns unterhalten. Sie hat eine ganz gute Stimme und wir hatten Spaß!

In Tuxton kamen entlang der Route 66 vier  Motels und vier Restaurants. Übrig geblieben sind verwitterte Werbetafeln und langsam verfallende Motels. Bibi hat recht, der Gedanke an "Out of Rosenheim" kommt auf. 

Die Landschaft ist phantastisch, weites Land so weit das Auge reicht, das ist das was ich an den USA so liebe.

Blick nach Westen                              und   Blick nach Osten, wir konnten heute einige Male unser beliebtes Ratespiel machen - was schätzt du wieviele Kilometer sind es bis zum Horizont ? -  Ich verlor haushoch, schätzte ich 5 km waren 15 km....

Heute nachmittag kamen wir an einer Art Privat-Zoo vorbei. Wir besichtigten ihn (auch aus Mitleid) als sich herausstellte, daß die Betreiber wilde Tiere aufnehmen, die ihren Besitzern "über den Kopf gewachsen sind", so wollte ein junger Mann sein Glück als Tiermanager beim Film mit einem Grizzley versuchen. Als der Bär 10 Monate alt war, wurde er fürs Appartement zu groß und er versuchte ihn loszuwerden. Auch weiße Tiger, Liger - hatte ich auch noch nie gehört - eine Kreuzung zwischen Löwe und Tiger, Affen, Bengalische Tiger, Emus - kurz, es ist unglaublich was sich manche Menschen kaufen , um nach 3 Monaten festzustellen, hoppla, der Tiger kann mich ja töten. Es war also Mitleid, das uns zum Besuch zwang, die Tiere haben aber nun ein großes Gelände und ihre Ruhe!

 

Blick in Richtung Grand Canyon, der gar nicht so weit weg ist, aber auf 2000m Höhe liegt und da ist es dann doch kalt. Aber die Sicht dorthin heute in der Abendsonne war phantastisch.

Wir sind in Hualapai-Land, was soviel heißt wie "Menschen von den großen Pinien".  Polizei und Verwaltung sind intern geregelt, das heißt im Prinzip gelten die amerikanischen Gesetze, die Tribes haben aber die Möglichkeit, manches nach ihren Gesetzen zu handhaben. Das Motel ist sehr schön, hat nur den einen Nachteil, daß es an der Bahnstrecke liegt und alle 15 Minuten ein Güterzug mit 4 Loks und 80 - 100 Wagen laut hupend vorbeidonnert. An der Lobby gab es kostenlose Ohrstöpsel, wie in den meisten Reservaten gibt es keinen Alkohol, so müssen wir es mit den Ohrstöpseln versuchen....ein Bier zur "Beruhigung" wäre gar nicht schlecht gewesen.

Das Wetter soll weiterhin warm bleiben, wir radeln noch ein paar Tage auf über 1400m Höhe. Der Sturm hat heute auch stillgehalten, es war allenfalls Wind, aber auch nicht ständig.  Einen schönen Sonntag euch allen mit einem lazy sunday afternoon...

04November
2016

Kingman Arizona

Puh - schon wieder so ein Tag....

gestern morgen verließen wir unser Casino zeitig, da der Sturm unverändert tobte und wir einige Kilometer durch die Berge radeln mußten. Der Wind kam immer noch von Norden, wir durchquerten das Mojave-Valley auf 20 km von Ost nach West. Da hieß es den Lenker festhalten und Dagegenlehnen. Je näher und höher wir den Bergen kamen,  desto besser wurde der Wind, wir waren trotzdem fast 2 Stunden unterwegs. Unser Zeitplan kam schon gehörig durcheinander, wollten wir doch die alte Goldgräber- und fast Ghosttown Oatman näher besichtigen. Die Straße stieg auf einer endlos Steigung bergan, man verzwatzelt beinahe und glaubt, man erreicht die Spitze nie. Die Landschaft wurde im spektakulärer, Kakteen und Buschwerk überall. Das Sträßchen stieg dann doch noch in Serpentinen weiter an und wir waren auf einem der wenigen originalen Abschnitten der Mother Road Route 66 !! Noch ein paar Kurven und Oatman lag vor uns. Zugegeben ziemlich touristisch, aber super! Die  knapp 300 m lange Straße ist gesäumt von Läden und Restaurants, die vor 50 oder 100 Jahren auch nicht so viel anders aussahen. Holz - und Blechverschläge , der boardwalk und mittendrin spazieren  Esel, die auf zum Kauf angebotene Heubällchen warten. Sowie man mit irgendeiner Tüte raschelt , ist man umringt. Um High  Noon fand ein Duell zwischen Sheriff und Bankräuber statt, wir kamen genau richtig und hatten viel Freude an der Vorstellung. Nicht zu vergessen, daß im einstigen Hotel Clark Gabel und Carol Lombard 1939  ihre Honeymoon Nacht verbrachten. Das Zimmer ist natürlich mit viel Pomp ausgestattet, auch das wundervoll!! Wir hatten also viel Spaß. Dannach ging es weiter bergauf, über den immerhin 1110m hohen Sitgreave-Paß, mit wundervollem Rundblick ins Mojave-Valley, den Black Mountains und hinab ins Sacramento-Valley. Auch dieses Sträßchen ging in vielen Kurven hinab und war schlichtweg ein Traum. Ich hatte das Gefühl, daß mein Rad nicht besonders gut rollt, aber bei der schlechten Straße und dem zwar abgeschwächten Wind, machte ich mir keine weiteren Gedanken. Bis ich dann gar nicht mehr hinterher kam - Plattfuss. So allmählich haben schon Übung im Reifenwechseln. Da es schon spät war und sich vor uns dunkle Wolken zusammenbrauten, verzichteten wir aufs flicken und tauschten nur den Schlauch. Weiter gings. Der Sturm hatte uns auch wieder gefunden, etwas abgeschwächt und "nur" von der Seite. Dann fielen auch schon die ersten Regentropfen und noch mindestens 25 km bis Kingman. Wir strampelten was wir konnten, doch ich wurde schon wieder langsamer....oh nein, erneuter Plattfuss, diesmal entwich die Luft so schnell, daß ich nach kurzer Zeit weder fahren noch schieben konnte. Der Regen hatte wieder aufgehört, aber wir standen im Niemandsland - fast. Gegenüber sah ich einen RV-Park für Dauercamper. Ich ging ins Büro, schilderte dem netten Ehepaar unser Leid und fragte sie, ob es eine Möglichkeit gibt, daß uns jemand nach Kingman ins Motel fahren kann. Die Frau rief einen ihrer Camper mit einem Pick-up an, er fuhr uns bereitwillig. Wir hatten wieder mal Glück im Unglück! Der Radtag und die Aufregung hatten uns aber ziemlich geschlaucht.Ich flickte noch den Reifen und ging ins Bett.

Heute Morgen sah die Welt wieder freundlicher aus. Wir suchten wieder einmal ein Radgeschäft. Von außen sah es ziemlich klein aus und ich war ein wenig skeptisch, doch Ed ist ein Meister seines Fachs! Er empfahl einen neuen Hinterreifen, einen Schlauch, der den Dornen hier standhält, wechselte die Kette und zog jede Schraube am Rad nach! Bei der Gelegenheit ließ Karl sein Rad auch überprüfen und sehr zufrieden und glücklich zogen wir von dannen. Zum Weiterradeln war es nun zu spät,doch Kingman ist eine sehr nette Stadt. So besuchten wir das "Museum of Historic Route 66", so ganz war ich dem Mythos ja nicht verfallen - vor dem Besuch. Jetzt freue ich mich sehr, daß wir tatsächlich einige Kilometer auf dieser legendären Straße zurücklegen. Die Mother-Road Route 66 verband den zivilisierten Osten mit dem Wilden Westen, von Chicago bis Los Angeles. Das Museum war wieder einmal super gemacht. Mit Filmen, Dioramen, liebevoll gestalteten Vitrinen oder nachgebauten Läden und Cafés gab es richtig viel zu sehen und zu lernen. Als der Verkehr zunahm, wurden Umgehungsstraßen nötig oder wo möglich wurde die Route 66 ausgebaut, so sind nur noch wenige Etappen wirklich original. Nach dem Museumsbesuch radelten wir noch zur ganz alten Route von 1850 , als die Wagen mit den ersten Siedlern hier durchzogen und man noch Radspuren sehen kann. Gut, die Via Appia ist etwas älter, aber uns hat das hier an den White Cliffs sehr gut gefallen. Außerdem sahen wir zwei Roadrunner und etliche Jack-Rabbits davonhoppeln und ringsum eine traumhafte Landschaft.

Keine Angst-er stand wieder auf                  Blick ins  Mojavevalley

Blick ins Sacramento Valley                          eines, der nun verlassenen Cafés an der Route 66

  Nach Regen folgt Regenbogen  

  Ed, der Fahrradkünstler

         

 ohne Worte                                     unser Motel

02November
2016

Fort Mojave - AVI-Resort Nevada

Puh, was für ein Tag!!

Heute morgen kamen wir fast nicht aus der Motel-Einfahrt, so blies der Wind. Tapfer kämpften wir uns auf die Straße, aber am See entlang war mühselig. Dannach ging es in die Berge, die gaben ein wenig Schutz und wir schöpften Hoffnung. Bevor wir für eine Ausfahrt auf die Interstate 40 mußten, kam eine Tankstelle, an der wir die Wetterdaten checkten, der Nord-West-Wind fegte mit 45 km/h durch den Sand. Teilweise fuhren wir , trotz heftigen strampelns, mit 6 km/h auf der Ebene. Nach 55 km kam Golden Shores, ein Ort, wie aus dem Bilderbuch für einen Film. Die Leute im General store, der kaum etwas bot, waren unfreundlich, so daß wir draußen im Sandsturm standen und das bereits knirschende Sandwich aßen und eine ebenso knirschende Banane.  Weiter ging's. Der Sturm legte nochmals zu, als wir ins breite Mojave-Tal mit dem Colorado gelangten. Teilweise so sehr, daß es uns buchstäblich von der Straße wehte. Zum Glück war wenig Verkehr, aber man schaut auch nicht rechts oder links, man klammert sich am Lenker fest und starrt auf die Straße. Nach weiteren 10 km war uns klar, so kommen wir nicht vorwärts. Wir versuchten es wieder mit trampen! Und siehe da, schon das dritte Auto hielt an! Eine Frau mit ihrem Hund auf dem Schoß, fragte wohin wir wollen. Erst nannten wir Needdles, ein Ort zwar nicht direkt in unserer Richtung, aber größer und wir dachten, vielleicht fährt sie ja dahin. Nach kurzem hin-und her stellte sich heraus, daß sie in Fort Mojave wohnt. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Gibt es das wirklich, daß jemand hält und genau in unsere Richtung fährt? Wir luden die Räder ein,ich mußte diesmal hinten auf den Rädern sitzen, doch mir war alles recht, nur raus aus dem Wind, der hat uns wirklich zermürbt. Sie erzählte, daß ihr Schwager auch viel Rad fährt und immer wenn sie Radfahrer am Straßenrand stehen sieht, hält sie an und versucht zu helfen! Als wir erzählten, daß wir ein Zimmer im Spiel-Casino reserviert haben, kam das Angebot uns vor den Eingang zu fahren - und genau das tat sie! Wir luden unsere Räder aus, verabschiedeten uns ganz herzlich und standen erst mal fassungslos da. So ein Glück, Wunder, Schicksal - wie soll man es nennen, hat uns sprachlos gemacht.

Das Casino haben wir ausgewählt, da es mit 35$ das billigste Motel ist, in dem wir jemals waren und es auch sonst nichts gibt, was auf unserer morgigen Strecke nach Oatman, einer Westernstadt in den Bergen, kommt. Von dort aus radeln wir weiter nach Kingman, alles auf der legendären Route 66! Karl's verspätetes Geburtstagsgeschenk waren 10$, die er verspielen "durfte", zwischenzeitlich  hatte er 27$, ich hätte da ja aufgehört, nicht aber Karl und das Geld ist weg....So ein Casino ist ein wunderbarer Platz für "people watching", also Leute beobachten. Ich habe den Eindruck, daß da selbst wir den Altersdurchschnitt senken. Ohne Rollator, Beatmungsgerät oder Stock fällt man fast auf. Und Summen werden da verspielt, da wird es einem ganz schwindelig! Vor allem mir als absoluter Nicht-Spieler-Typ! Jetzt geniessen wir die Ruhe in unserem Riesen-Zimmer und hoffen auf den Gott der Winde morgen, es soll leider weiter stürmen...

                                                                Golden shores

und was gab es hier????                             Colorado-Strand am Casino

da war uns schon wieder zum Scherzen zumute

01November
2016

Lake Havasu Arizona

Heute hatten wir eine wunderschöne Strecke am Colorado-River entlang. Von Parker nach Parker Dam, wo wie der Name schon sagt, der Colorado aufgestaut ist und zum Lake Havasu wird. Unterwegs waren Warnschilder, daß man die wilden Esel nicht füttern soll. Ich dachte an die Tarantulas und habe keine Esel erwartet, doch tatsächlich spazierten einige über die Straße. Angeblich sind es die Nachfahren derer, die von den Goldgräbern und Minenarbeitern freigelassen wurden, als  sie die Esel nicht mehr brauchten. Rote Felsen ragen am Colorado auf , zusammen mit den wenigen grünen Tamarisken oder den hellen Dünen ein wunderschönes Farbenspiel. Allmählich ging es in die Berge, von wo aus die  Aussicht über den Colorado grandios wurde. Ein sonniger warmer Tag macht das Radeln sehr angenehm. Ich habe noch nie einen so warmen 1.November erlebt....

Dann erreichten wir Lake Havasu City, eine Stadt mit 50 000 Einwohnern mitten in der Mojave Wüste. Wie so oft fragen wir uns, von was leben die Menschen hier, wo arbeiten sie? Es hat zahllose Motels und Campingplätze bzw. RV-Parks (für Wohnmobile), die Hochsaison beginnt im Herbst und geht bis Mai.Wir haben aber nicht den Eindruck, daß hier Saison ist. Heute haben wir mit einem Herrn geplaudert, er meinte, Sommer ist der Winter für sie. Man bleibt zu Hause und macht die Klimaanlage an ! Bei Temperaturen von 45° verständlich. Die Hauptattraktion in Lake Havasu City ist die original London Bridge! Die Brücke von 1750 stand in London, bis in den 1950er Jahren der Verkehr zunahm und sie eizustürzen drohte. Der Bürgermeister kam 1963 auf die Idee, sie zu verkaufen, da die Stadt hier gerade gegründet war und der hiesige Bürgermeister auf der Suche nach etwas Besonderem war, traf sich das gut. Für fast 2 Millionen Dollar wurde die Brücke hierher transportiert und über einer Stahlkonstruktion wiederaufgebaut . Das Gerücht, daß der Bürgermeister von Lake Havasa dachte, die Tower Bridge erworben zu haben, hält sich hartnäckig...Für uns Europäer ist es eine ganz normale Brücke, für das Visitorcenter d i e Attraktion mit Ausstellung, Filmen und Führung. Die Stadt ist ganz nett am See gelegen mit Ausflugsbooten, Kajakverleih und einer Bootanlegestelle. Wir saßen heute Abend auf einem Bänkle in kuzen Ärmeln und kurzen Hosen und haben den Sonnenuntergang genossen.

am Colorado

4 Esel                                                      hier ruht Winnetou

                                                                    das ist die London-Brigde

Sunset am Lake Havasu